12. Juni 2026, 19 Uhr
Meret Oppenheim – Auf der Suche nach der poetischen Fülle des Lebens
Ein Vortrag von Dr. Annabelle Görgen-Lammers, Ausstellungskuratorin sowie
Leiterin Sammlung Skulptur & Plastik, Hamburger Kunsthalle
Begleiten Sie uns auf eine Zeitreise in das Paris der 1920er-Jahre!
Was bedeutet Surrealismus?
Wie ist er entstanden?
Welches sind seine maßgeblichen Protagonisten?
Warum wurde er zu einer der wichtigsten Kunstströmungen
des 20. Jahrhunderts?
Wie hat Meret Oppenheim ihn erlebt und mitgeprägt?
Die „Reiseleitung“ übernimmt eine ausgewiesene Expertin, die seit über 20 Jahren über den Surrealismus forscht.
Vor über 100 Jahren begründete der Dichter André Breton in Paris mit dem Surrealismus die wirkmächtigste künstlerische
Bewegung des 20. Jahrhunderts. Sie versammelte Dichter und bildende Künstler, umfasste alle Medien, war von
Anfang an international ausgerichtet und stellte Fragen, welche heute wieder besonders relevant scheinen.
Die ersten Höhepunkte ihrer künstlerischen Tätigkeit schuf Meret Oppenheim, als sie sich im Paris der frühen 1930er
Jahre in diesem Umfeld bewegte. Ihre „Pelztasse“ sollte eine Inkunabel des Surrealismus werden. Die teils sehr einseitige
Rezeption ihres Gesamtwerks seit diesem frühen Erfolg ist allerdings differenziert zu betrachten. Wofür stand die
Bewegung in dieser Zeit genau? Welche Fragestellungen, Überzeugungen, Themen und Methoden verhandelte sie und
welche davon waren für Oppenheim wichtig?
Dabei griff die surrealistische Suche nach der poetischen Fülle des Lebens und einer „höheren Revolte des Geistes“
auch auf Vorläufer zurück. Eine ihrer wichtigsten „Wahlverwandtschaften“ bestand erstaunlicherweise zur deutschen
Romantik des frühen 19. Jahrhunderts. Oppenheim und ihre Wegbegleiter bezogen sich zeitlebens immer wieder auf
diese Epoche. Görgen-Lammers beleuchtet in ihrem Vortrag Oppenheims teils expliziten Hommagen, aber etwa auch
die frühe Begeisterung von Max Ernst für die deutsche Romantik, und sie zeigt, dass sich entsprechende Referenzen bei
den Surrealisten sogar bis in die Zeit des 2. Weltkriegs hinein finden lassen.




