PREMIERE Sa. 28.11.2026 / 19:30 Uhr / Theater am Alten Markt
Der Ruf der Wildnis
Jack London
In einer Fassung von Soeren Voima nach Jack London // Ein Abenteuer für alle ab 12 Jahren
Inszenierung und Bühne Markolf Naujoks Kostüme Kira Carstensen Licht Mario Turco
Dramaturgie Kerstin Car Mit Oliver Baierl, Brit Dehler, Crispin Hausmann, Arsalan Naimi,
Anouk Piwek.
Eiskalte Tage und Nächte, lebensfeindliche, unwirtliche Bedingungen, harte, verzehrende und ausbeuterische Arbeit – das alles muss der Bernhardiner-Schäferhundmischling Buck in Jack Londons Ruf der Wildnis erleben. Als Haushund bei wohlhabenden Besitzern großgeworden, wird Buck von einem verschuldeten Angestellten seines Besitzers ohne dessen Wissen verkauft, nach Alaska verschippt und landet inmitten des brutalen Klondike-Goldrausches, wo er seinen Dienst als Schlitten- und Zughund verrichten soll. Er sieht sich plötzlich einer Welt gegenübergestellt, in der nur Stärke, Anpassungsfähigkeit und Dominanzverhalten gelten. Während Bucks Zughunderudel immer wieder durch menschliche Hände und das harte Klima dezimiert wird, generiert sich Buck unter dem Druck von Hunger, Kälte und Gewalt zum erbitterten Kämpfer, der sich nicht nur gegen andere Hunde behauptet und wehrt, sondern schließlich auch als Alphatier sein Rudel anführt und die Gewalt, die ihm angetan wurde, an andere Tiere weitergibt. Nachdem er mehrmals an wechselnde Herren weiterverkauft und nie enden wollender harter Arbeit ausgesetzt wird, die ihm nicht nur körperlich einiges abverlangt, landet er schließlich in der Obhut von John Thornton und erlebt zum ersten Mal nach langer Zeit, was Zugehörigkeit, Geborgenheit sowie ein respekt- und würdevoller Umgang bedeuten. Bei John Thornton kann Buck entspannen; er genießt es, zu streunern, zu jagen, die Wildnis zu erkunden – und am Abend wieder bei Thornton ankommen zu können. Doch dann wird Thorntons Lager überfallen und Buck steht vor der großen existenziellen Frage: soll er dem Ruf der Wildnis folgen?
Jack London, der den Klondike-Goldrausch in Alaska am eigenen Leib erlebte, erzählt in seinem 1903 veröffentlichten Abenteuerroman eine packende Geschichte über Loyalität, Freiheit und Überleben. Der harten und sachlichen Brutalität der Sprache, mit der London die Unbarmherzigkeit seiner Zeit aufzeigt, setzt Regisseur Markolf Naujoks (auch Bühnenbild und Musik) Poesie und Sinnlichkeit entgegen. In seinem minimalistischen, leeren Bühnenraum, das nur durch ein paar mit Kunstschnee befüllte Säcke ausgestattet ist, erzählt uns das Ensemble, bestehend aus Oliver Baierl, Brit Dehler, Crispin Hausmann, Arsalan Naimi und Anouk Piwek, gemeinsam Bucks Geschichte. Durch schnelle Perspektivwechsel, die durch die Fassung von Soeren Voima herausgearbeitet wurden, sind die Spieler*innen mal Kommentator*innen, mal Buck selbst, mal Beobachter*innen – vom »lonely wolf« zur Herde und zurück. Das Tierische und Animalische des Stoffes wird durch Kira Carstensens Kostüme hervorgehoben, die einmal an pragmatische Arbeitskleidung erinnert, dann wiederum aber auch wortwörtlich das Monströse auf die Bühne bringt, das der Stoff mit sich bringt.
Nächste Termine 01.12. / 10.12. / 11.12. / 17.12. / 18.12. / … Karten T. 0521 51 5454 // www.theater-bielefeld.de
INSZENIERUNG UND BÜHNE
Markolf Naujoks ist Theaterregisseur, Musiker und Autor und arbeitet seit der Spielzeit 2013/14 u.a. am Theater und Orchester Heidelberg, Schauspiel Frankfurt, Staatstheater Mainz, Theater Erlangen, Stadttheater Ingolstadt, Comedia Theater Köln, Staatstheater
Kassel, Staatstheater Braunschweig und am Oldenburgischen Staatstheater. Markolf Naujoks entwickelt Inszenierungen zwischen Installation, Konzert und Theater und komponiert dafür Songs und Musik (Indie/Folk/Dream-Pop/Elektronika). 2019 wurde sein erster eigener Stücktext Every Heart is built around a Memory für den Jugendpreis des Heidelberger Stückemarkts nominiert, 2020 war der Text auf der Auswahlliste des Deutschen Jugendtheaterpreises. Markolf Naujoks war 2016 für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie »Beste Regie / Kinder- und Jugendtheater« nominiert. Die Inszenierung Superhero nach dem Roman von Anthony
McCarten wurde zum norddeutschen Kinder- und Jugendtheaterfestival Hart am Wind 2014 eingeladen (Preis der Jugendjury) sowie zum TotalTheaterTreffen am Théâtre National du Luxembourg.
Markolf Naujoks studierte Philosophie, Germanistik und Klassische Literaturwissenschaft in Köln und Prag. Seit 2019 werden Markolf Naujoks Stücke vom Rowohlt Theater Verlag vertreten
PREMIERE Sa. 28.11.2026 / 19:30 Uhr / Theater am Alten Markt




