Die Zauberflöte
Wolfgang Amadeus Mozart
Oper in zwei Aufzügen / Dichtung von Emanuel Schikaneder / In deutscher Sprache
mit Übertiteln
Musikalische Leitung Robin Davis Inszenierung Kai Anne Schuhmacher Bühne Lisa
Däßler Kostüme Valerie Hirschmann Licht Carsten Lenauer Dramaturgie Laura
Herder Choreinstudierung Hagen Enke
Mit Evgueniy Alexiev / Daniel Cobos Ortiz / Mayan Goldenfeld / Orsolya Ercsényi /
Cornelie Isenbürger / Monika Jägerova / Tomas Kildišius / Veronika Lee / Victoria
Leshkevich / Moon Soo Park / Dumitru-Bogdan Sandu / Andrei Skliarenko / Lorin
Wey / Marta Wryk / Knaben der Chorakademie Dortmund / Statisterie des Theaters
Bielefeld / Bielefelder Opernchor / Bielefelder Philharmoniker
Mit freundlicher Unterstützung der Theater- und Konzertfreunde Bielefeld Was, wenn sich die eigene Geschichte plötzlich in einer Fantasiewelt abspielt? Pamina ist mitten im Umzug, zwischen Kisten und Chaos richtet die junge Mutter ihre bescheidene Wohnung ein und setzt ihr junges Leben fort – ganz, wie sie es möchte. Bis die Fantasie Einzug hält: Paminas Mutter wird zur Königin der Nacht, ihr Vater zu Sarastro, aus dessen Reich mit den seltsamen Männern es zu entkommen gilt. Tamino, zunächst ein wahrer Märchenprinz, macht sich auf, sie zu retten und
Vogelfänger Papageno stellt sich gemeinsam mit ihm und gewappnet mit der Zauberflöte sämtlichen Gefahren und Prüfungen: Schweigen, Vertrauen und Mut müssen sie beweisen. Doch finden Pamina und Tamino zusammen? Was möchte die junge Frau vom Leben? Und gibt es noch ein Happy End?
Theaterleiter und Librettist Emanuel Schikaneder soll seinen Freund Wolfgang Amadeus Mozart 1791 in ein Gartenhäuschen gesperrt haben, bis dieser seine neue – und, wie sie noch nicht ahnten, letzte – Oper endlich vollendet hatte. Dazu reichte er ihm ein Textbuch voller Ungereimt- und Verrücktheiten. Mozart gelang es,
daraus ein wunderlich-geniales Werk für die Ewigkeit zu schaffen – und die wohl berühmteste Oper aller Zeiten: »Die Zauberflöte«. Doch handelt es sich um ein spannendes Märchen voller fantastischer Figuren und Wesen, samt Prinz und Prinzessin? Oder um eine Geschichte vom Erwachsenwerden? Geht es um Philosophie, die großen Fragen des Lebens? Um Freundschaft? Liebe? Ist es ein Lehrstück darüber, wie man zu sich selbst findet und sich dann die Treue hält? – »Die Zauberflöte« ist all das auf einen Streich und: eine unvergessliche Operngeschichte mit vielleicht unerwartetem Tiefgang.

Regisseurin Kai Anne Schuhmacher gibt mit ihrer Inszenierung des Opernklassikers ihr Bielefelder Debüt. Auf die beliebte Handlung blickt sie aus einer besonderen Perspektive: der der jungen Frau Pamina. Die fantastische Welt entspinnt sich aus der »Summe ihrer Erfahrungen«: Differenzen zwischen ihren versnobten Eltern und ihr, Begegnungen ihrer Kindheit, verschiedene Alters- und Lebensphasen, Ideale von Freundschaft und Liebe bis hin zu traumatischen Begegnungen, Ängsten und Sorgen. All das prägt die junge Person, ihre Persönlichkeit – und ihre Vorstellungskraft. So entwickeln sich die beliebten Weggefährten der Oper aus dem alltäglichen Leben Paminas und verwandeln sich. So wird Tamino zum elterlichen »Vorzeigeprinzen«, die übergriffige Mutter wird zur Königin der Nacht und schließlich zum Kraken, aus dem Paketboten wird Begleiter Papageno … Und Pamina selbst? Ihrer
Konzeption legt Regisseurin Kai Anne Schumacher ein Zitat des dänischen Philosophen Søren Kierkegaard zugrunde: »Das Leben kann nur rückwärts verstanden werden, aber muss vorwärts gelebt werden.« Es geht in der aktuellen Bielefelder Lesart von »Die Zauberflöte« also nicht nur um den Blick in die Vergangenheit Paminas, sondern auch darum, dass eine junge Frau ihr Happy End nicht nur auf dem vorgezeichneten Weg mit einem Märchenprinzen an ihrer Seite finden kann und muss.
Gemeinsam mit ihrem Team, Kostümbildnerin Valerie Hirschmann, ebenfalls erstmals am Theater Bielefeld zu Gast, sowie Bühnenbildnerin Lisa Däßler, die bereits für die Ausstattung zu Verdis »Falstaff« 2024/25 erantwortlich zeichnete, lässt Schumacher aus einer realitätsnahen Welt die bunte, verrückte Fantasiewelt
entspringen. Der Kontrast zwischen den alltagstypischen Räumen auf der Drehbühne, die für rasche und amüsante Szenenwechsel sorgt, steht im spannenden Kontrast zur fantastisch gestalteten Kostümwelt. Und dennoch erzählen sie gleichermaßen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Charaktere und vor allem natürlich von Pamina.
Die musikalische Leitung obliegt Generalmusikdirektor Robin Davis, der dem musikalischen Meisterwerk gemeinsam mit den Bielefelder Philharmonikern, dem Bielefelder Opernchor und allen voran den Solist*innen Leben und Energie verleiht.
Victoria Leshkevich, erstmals am Theater Bielefeld zu Gast, und Ensemblemitglied Mayan Goldenfeld geben alternierend die Rolle der Pamina und gestalten die Perspektive des Stücks. Andrei Skliarenko zeigt als Tamino wie unterschiedlich die Vorstellungen von einem Märchenprinzen sein können. Bariton Tomas Kildišius, zuvor Mitglied des Bielefelder Studios und nun fest im Musiktheaterensemble, weicht Pamina und Tamino und natürlich jeder Gefahr nicht von der Seite. Zunächst die Pole von Licht und Dunkelheit des Abenteuers sind Veronika Lee als Königin der Nacht und Moon Soo Park als Sarastro. Die Drei Damen werden von Cornelie Isenbürger, Marta Wryk und Monika Jägerova (a.G.), alternierend auch Orsolya Ercsényi, gegeben. Als Monostatos, an den Pamina wahrlich keine guten Erinnerungen hat, steht Lorin Wey auf der Bühne. Als Sprecher und einer der Männer ist Evgueniy Alexiev zu hören und zu sehen, die Geharnischten, Priester und die weiteren Männer geben Dumitru-Bogdan Sandu
und Daniel Cobos Ortiz. Die Drei Knaben sind junge Sänger der Chorakademie Dortmund. Ebenfalls auf der Bühne ist der Bielefelder Opernchor, einstudiert von Hagen Enke.
Wir empfehlen »Die Zauberflöte« für ein Publikum ab 12 Jahren.
Nächste Termine 20.10. / 25.10. / 12.11. / 22.11. / 28.11. / …
Karten T. 0521 51 5454 // www.theater-bielefeld.de
MUSIKALISCHE LEITUNG
Robin Davis, im englischen Exeter geboren, schloss zunächst ein Mathematikstudium an der Cambridge Universität ab, bevor er an der Royal Academy of Music in London Klavierbegleitung bei Michael Dussek studierte. Dort wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kathleen Ferrier Begleitungspreis in der Wigmore Hall. Sein erstes Engagement bekam er 2009 als Solorepetitor am Theater Dortmund, wo er auch als Solist mit den Dortmunder Philharmonikern auftrat. Während dieser Zeit studierte er Dirigieren bei Ekhart Wycik und wechselte 2011 an das Oldenburgische Staatstheater als Kapellmeister und Assistent des GMDs. Nach Stationen als erster Kapellmeister am Theater Lüneburg und am Salzburger Landestheater wurde er 2020 zum Generalmusikdirektor am Theater Pforzheim berufen. Seit der Spielzeit 2025/26 ist er Generalmusikdirektor an den Bühnen und Orchester Bielefeld.
INSZENIERUNG
Kai Anne Schuhmacher arbeitet seit 2015 freischaffend als Regisseurin und Autorin für Theatertexte in ganz Europa und gehört zu den erfolgreichsten Opernregisseurinnen ihrer Generation. Schuhmachers jüngste Regiearbeiten führten sie an die Staatsoper Unter den Linden, die Bregenzer Festspiele, das Opernhaus Zürich, die Oper Köln, das Staatstheater Darmstadt, die Oper Dortmund und die Nederlandse Reisopera. Seit 2021 bekleidet sie neben ihrer freischaffenden Tätigkeit auch die Stelle der Operndirektorin und Hausregisseurin der Landesbühnen Sachsen.
2023 wurde sie für ihre Inszenierung von »Don Giovanni« an den Landesbühnen Sachsen vom Magazin Opernwelt als beste Regisseurin nominiert. 2017 – 2019 war sie Artist in Residence am Theater Altenburg-Gera. Am gleichen Haus wurde 2019 ihre Inszenierung »Der Kaiser von Atlantis« mit dem Götz-Friedrich-Studiopreis für
die »Beste Regie im Bereich experimentelles Musiktheater« ausgezeichnet.




