40 Jahre „Der Name der Rose“
Ikonische Szenen, Original-Requisiten, vergessene Fotografien und Erinnerungen von Zeitzeugen: Zum 40. Jubiläum des Kinostarts von „Der Name der Rose“ zeigt Kloster Eberbach, wie aus einem historischen Kulturdenkmal einer der bekanntesten Drehorte des internationalen Kinos wurde. Anlass ist der kinoSommer hessen.
Als Regisseur Jean-Jacques Annaud im Winter 1985 mit seinem internationalen Team in den Rheingau kam, um hier die Innenaufnahmen für die Verfilmung von Umberto Ecos Weltbestseller „Der Name der Rose“ zu drehen, lag Kloster Eberbach im Dornröschenschlaf. Plötzlich hielten Filmstars Einzug: Sean Connery, Christian Slater, F. Murray Abraham, Michael Lonsdale und Ron Perlman wurden gesichtet, Statisten gesucht, Hilfskräfte angeheuert. Hotels und Restaurants füllten sich mit Schauspielern und Crew. Die Dreharbeiten waren über Wochen das Gesprächsthema der Region.
1986 kam „Der Name der Rose“ in die Kinos – ein cineastisches Meisterwerk, das mehrfach ausgezeichnet wurde, ein Millionenpublikum erreichte – und Millionen einspielte. Es machte einen Ort weltbekannt, der bis dahin vor allem Kenner der europäischen Klosterarchitektur im Bewusstsein war: Kloster Eberbach.
Ein Blick zurück an den Ort, an dem Filmgeschichte entstand
Die Jubiläumsausstellung führt zurück in den Winter 1985. Im Mittelpunkt stehen ikonische Filmszenen, Fotografien vom Set, Erinnerungen der damaligen Beteiligten und Original-Requisiten aus der Produktion, wie Schreibpulte, Bücher, der Altar der Klosterkirche.
Eine besondere Entdeckung sind die Aufnahmen des Journalisten und Fotografen Hans D. Baumann, genannt „Doc Baumann“. Er begleitete die Dreharbeiten persönlich und hielt nicht nur die Schauspieler, sondern auch die Arbeit hinter den Kulissen fest. Seine Dias verschwanden für Jahrzehnte in seinem Archiv. Für die Ausstellung wurden sie nun digitalisiert.
Zeitzeugen geben der Ausstellung ihre persönliche Perspektive: Urs Althaus, der als Venantius von Salvemec neben Sean Connery vor der Kamera stand, Andreas Scholl, damals Mitglied der Kiedricher Chorbuben und als junger Mönchskomparse dabei, Jürgen Bruhn, der als Fahrer Teile der internationalen Besetzung durch den Rheingau chauffierte, und Hans D. Baumann als fotografischer Chronist des Drehs.
„Eberbach war für Annaud damals nicht einfach eine Filmkulisse. Die mittelalterlich-mystische Atmosphäre machte Eberbach einzigartig: dunkle romanische Gewölbe, die imposante Klosterkirche, der Kreuzgang, das Dormitorium und historische Weinkeller wurden zu den Schauplätzen der Geschichte um mysteriöse Todesfälle, verbotene Bücher und die geheimnisvolle Bibliothek“, so Klosterchef Julius Wagner. „Der Film übersetzte damit nicht nur Umberto Ecos literarische Welt in Bilder – er machte die reale Architektur des ehemaligen Zisterzienserklosters zu einem Teil dieser Bildwelt.“
Bis heute kommen Besucher und Filmfans nach Eberbach, um jene Orte live zu sehen, die sie aus dem Film kennen. Sie suchen den Schauplatz der Gerichtsverhandlung, die Räume der Mönche, die Wege durch das Kloster. „Manche bringen dabei den Film im Kopf mit – und entdecken einen Ort, dessen Geschichte fast 900 Jahre weit zurückreicht“, so Wagner. „Ihnen ermöglichen wir nun auch erstmals einen besonderen Blick und öffnen die ,Verbotene Tür‘“.
NOMEN ROSAE – der Jubiläumswein zum Film
Auch das Weingut Kloster Eberbach greift die Verbindung von Film, Kloster und Rheingau auf. Zum Jubiläum erscheint „Nomen Rosae“, ein 2023er Cabernet Sauvignon trocken Kloster Réserve, versehen mit einem ganz besonderen Etikett – in limitierter Version. Christine Müller, Geschäftsführerin der Hessischen Staatsweingüter: „Wir wissen aus vielen Erzählungen, dass damals am Filmset unsere Weine eine große Rolle gespielt haben. Sie sollen den Vertragsschluss beispielsweise gefördert haben“, sagt sie mit einem Schmunzeln. „Da lag es nahe, das 40. Jubiläum des Films mit einer besonderen Geburtstagsedition zu feiern. Der Cabernet Sauvignon ist besonders ausgeglichen in seinen Geschmacksnoten und passt hervorragend zu Abenden voller Filmgenuss.“
Das Ausstellungsmotiv und das Etikett des Jubiläumsweins stammen vom Rheingauer Künstler Michael Apitz, der sich intensiv mit dem Film und der Filmgeschichte beschäftigt hat.
Die Ausstellung ist Teil des regulären Klosterrundgangs und im Eintrittspreis enthalten.
Wer außerdem den Film am Original-Drehort erleben möchte: Es gibt noch einige Restkarten für die Filmnächte am 3. und 4. Oktober 2026 in der Basilika von Kloster Eberbach
Titelbild: Annette Schäfer
Der Wein ist in der Vinothek und im Onlineshop von Kloster Eberbach zu 13,90 Euro pro Flasche erhältlich.

Von links: Julius Wagner, Christine Müller, Jürgen Bruhn, Andreas Scholl, Hilke Roßkamp und Michael Apitz © Samira Schulz

Die Jubiläumsausstellung führt zurück in den Winter 1985 © Samira Schulz

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen ikonische Filmszenen, Fotografien vom Set, Erinnerungen der damaligen Beteiligten und Original-Requisiten © Samira Schulz

Von links: Michael Apitz, Julius Wagner und Christine Müller © Samira Schulz

Zeitzeuge Andreas Scholl © Samira Schulz




