Landestheater Detmold: Qualität in Vielfalt
Galakonzert und Verleihung der Theaterpreise 2026
(g.wasa – Detmold.) – Die Wetterprognosen waren ziemlich „durchwachsen“, und ausgerechnet für 19 Uhr war ein Regenschauer angekündigt. Doch einige Hundert Theater-Enthusiasten ließen sich davon nicht abhalten und strömten in den Schlosspark zum Gala-Konzert des Landestheaters. Da konnte dann auch Petrus nicht anders, als ein Einsehen zu haben und den Besuchern einen milden und vor allem trockenen Sommerabend zu bescheren.
Saison-Eröffnung in entspanntem Park-Ambiente
Und so herrschte denn ein friedlich-entspanntes, fast schon mediterranes Ambiente rund um die große Freilicht-Bühne, die das Landestheater aufgestellt hatte, um drei Tage lang die Saison-Eröffnung 2026/27 zu feiern. Ein Höhepunkt des vielseitig-umfangreichen Programms: Das Galakonzert am Freitag mit der Verleihung der diesjährigen Theaterpreise an Vertreter*innen der vier Sparten (dazu unten mehr). Die Stuhlreihen und Bänke waren dicht besetzt; so mancher nahm auf dem Rasen Platz und viele weitere verfolgten das Programm im Stehen.
Rückblick und Ausblick
Im neugestalteten Schlosspark und vor der repräsentativen Kulisse des Schlosses genossen die Zuhörer mal entspannt die Hits aus der zurückliegenden Saison (von Brigitte Baumas „Das Glück ist eine Apfelsine“ bis zu Lotte Kortenhaus‘ Arie aus Händels „Alcina“), um dann wieder gespannt zu verfolgen, was die Sänger*innen schon mal im Vorgriff auf die anstehende Spielzeit zum Besten gaben: beispielsweise Auszüge aus den Opern „Don Pasquale“ von Gaetano Donizetti und „Peter Grimes“ von Benjamin Britten. Ein komödiantisches Highlight setzte dann Nikos Striezel, der als Tiroler Vogelhändler Adam seine Ware anpries:
Schaut’s Euch meine Vögel an.
Lasst’s mich was verdienen d’ran,
Grüne, gelbe, grosse, kleine,
Aber lauter superfeine.
Die hab’n mehr studiert als Ihr –
Die Dressur hab’ns ja von mir.
Fazit: Vielversprechend!
Die Theaterpreise 2026
Den Mittelpunkt des Abends bildete die Verleihung der diesjährigen Theaterpreise an Vertreter*innen der vier Sparten. Schon zum 14. Mal wurde jetzt der Preis vom Landestheater und seinen Partnern (den „Theaterfreunden“ vom Förderverein, dem Kreis Lippe und der Landeszeitung) verliehen. Ausgewählt werden die Preisträger vom Publikum, welches in einer groß angelegten Umfrage entscheidet, wer nicht nur einen Geldpreis erhält, sondern auch den begehrten „Theaterring“ mit den charakteristischen Landestheater-Säulen (wie die ganzen Jahre vorher: von Goldschmied Friemel gestaltet).
Wie schon in den Vorjahren zeigte sich auch diesmal die „Qualität in Vielfalt“ des Landestheaters, repräsentieren die Preisträger*innen doch eine große Spannweite der Theaterkunst, wie sie seit Jahren in Detmold gelebt und gepflegt wird:
Stella Hanheide …
…erhält den Preis in der Sparte Schauspiel. Trotz ihrer Jugend sei sie schon seit Jahren eine tragende Säule der Schauspieltruppe, lobte der neue Schauspieldirektor Gustav Rueb – weshalb sie auch den Detmolder Theaterring (nach 2024) schon zum wiederholten Mal bekommt.
Auch Lotte Kortenhaus …
… war bereits 2024 Preisträgerin in der Sparte Musiktheater. In der zurückliegenden Spielzeit ist die Mezzosopranistin unter anderem in Händels „Alcina“, Rossinis „Reise nach Reims“, Mozarts „Zauberflöte“ und Ethel Smyths „The Wreckers“ aufgefallen.
Wenn Sie mehr über Lotte Kortenhaus wissen wollen: schauen Sie doch mal auf ein Glas Wein bei ihr vorbei.
Franziska Pfalzgraf …
… war als Mezzosopranistin unter anderem im Sinalco-Erfolgsstück „Das Glück ist eine Orange“ zu hören. Den diesjährigen Theaterpreis erhielt sie allerdings als Mitglied des Jungen Musiktheaters und hier insbesondere für ihr Talent, Jugendlichen das Musiktheater nahezubringen. Bei zahlreichen Schulbesuchen sei es ihr gelungen, Schülerinnen und Schüler für die Oper zu begeistern, freute sich Natascha Mamier, die Leiterin des „Jungen Theaters“.
Leony Rafael Boni …
… als Vierter im Bunde der Preisträger wurde für seine herausragenden Leistungen im Ballett ausgezeichnet, die er unter anderem in „Don Quichote“ und im „Fischer und seine Frau“ unter Beweis gestellt hat.





