
3.Abonnementkonzert des DKO
Ein Abend der großen Gefühle
Das war ein Konzertabend der Extraklasse mit dem das junge Orchester und dem Pianisten Minsoo Hong, unter der bewährten Leitung von Daniel Stabrawa, das Publikum verzauberten und das mit einer hochkarätigen Interpretation der drei Schwergewichte der Klassik Händel, Beethoven und Schubert. Was konnte es Schöneres geben, als diese drei großen Meister hintereinander zu hören, zu sehen und zu genießen.
Das bekannteste Concerto Grosso in D-Dur von Georg Friedrich Händel komponierte er 1739 in nur wenigen Tagen . Es besteht aus sechs Sätzen, darunter Larghetto, Allegro und ein Menuett, und zeichnet sich durch feierliche französische Ouvertüren-Stilelemente und eine lebhafte Fuge aus. Somit war der Hörgenuss garantiert, ergaben sich außerdem spannende italienische Formen mit Händels eigenem britisch geprägten dramatischen Gespür zu verbinden. Wunderbar vom jungen Orchester des DKO umgesetzt.
Die Jahreszahl 1800 ist eher zufällig als Beethoven mit dem Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37 die klassische Eleganz hinter sich lässt und die Tür zum neuen Jahrhundert aufstößt. Dieses Werk ist dunkel, es ist leidenschaftlich und es strotzt nur so vor Energie! Neu ist zum einen die bewusst durchdringende Gestaltung aller Sätze im Sinne einer gleichberechtigten Partnerschaft zwischen Solo und Orchester Beethoven selbst spielte bei der Uraufführung den Solopart. Den Solopart in Detmold übernahm der Pianist Minsoo Hong, der auf eine intensive Konzerttätigkeit zurückblicken kann. Obwohl noch so jung an Jahren, Hong wurde 1993 in Busan, Südkorea geboren, ist er seit 2022 Lehrbeauftragter für Klavier an der Hochschule für Musik. Hier lieferte er sich einen leidenschaftlichen Dialog mit dem Orchester, das war sensationell, wie sie sich gegenseitig befeuerten und keiner so recht nachgeben wollte. Es war ein Erlebnis dabei zu sein.
Von überwiegend heiterer Grundstimmung ist Schuberts 6. Sinfonie, die er im Winter 1817/18 in Wien komponierte und zeigt im 3.Satz ganz deutlich eine Nähe zu Beethoven. Daniel Stabrawa und das DKO interpretieren die 6. Sinfonie des 21 jährigen Schuberts so voller Leben und Temperament, das man sie zu Recht als „Jugendsinfonie“, bezeichnen kann. Da hatte nicht nur das Publikum große Freude an Schuberts Musik, aber auch Schubert selbst hätte seinen wahren Spaß an dem jungen Orchester, gehabt, die jetzt im gleichen Alter wie er sind, als Schubert die Sechste komponierte und seinen eigenen Weg suchte. Es war ein Konzert, der Extraklasse, das mit viel Beifall belohnt wurde.





