Drama? – Können wir!
Die vier Landestheater NRW stellten ihr Programm
für die Spielzeit 2027/2028 im Heinz-Hilpert-Theater Lünen vor
Am Mittwoch, 16. September 2026, präsentierten die vier Landestheater NRW im Heinz- Hilpert-Theater Lünen ihre Spielpläne für die Saison 2027/28. Die Burghofbühne Dinslaken, das Landestheater Detmold, das Rheinische Landestheater Neuss und das
Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel planen für die Spielzeit 2027/28 über 100 Produktionen, darunter über 50 Premieren, aus den Bereichen Musiktheater, Schauspiel, Musical, Ballett sowie Kinder- und Jugendtheater.
Für zwei Landesbühnen bedeutet der Start in die neue Spielzeit 2026/27 und die Vorstellung der Spielzeit 2027/28 etwas Besonderes: Die Burghofbühne Dinslaken feiert ihr 75-jähriges Bestehen. Am Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel tritt das neue Leitungsduo ihren Dienst an: Christoph Neumann als Geschäftsführender Direktor und Nico Dietrich als Intendant.
Kulturministerin Ina Brandes konnte wegen dienstlicher Verpflichtungen im Plenum nicht persönlich an der Präsentation teilnehmen, die sich mittlerweile als festes Branchentreffen etabliert hat.
Kulturministerin Ina Brandes: „Die Kulturlandschaft in Nordrhein-Westfalen ist in ihrer Vielfalt einzigartig in Europa. Die Landestheater bringen auch in der Spielzeit 2027/28 ein hochkarätiges Theaterangebot in weite Teile des Landes – und beweisen kollegialen Geist,
indem sie hier ihr Programm gemeinsam vorstellen. Die beeindruckende Bandbreite reicht von Klassikern über Musicals, Oper und Tanz bis hin zu einem herausragenden Angebot vor allem für Kinder und Jugendliche. Damit leisten die Landestheater auch einen
wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung: Wer früh mit Kunst und Kultur in Berührung kommt, profitiert davon ein Leben lang.“
Dr. Michael Reitemeyer, Abteilungsleiter im Ministerium für Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen begrüßte die zahlreichen Veranstalter*innen von Theatergastspielen aus den nordrhein-westfälischen Kommunen, sowie die Vertreter*innen der lokalen und überregionalen Kulturpolitik. Auch Martina Förster- Teutenberg, Bürgermeisterin der Stadt Lünen, richtete ein Grußwort an die
Besucher*innen:
„Die vier Landestheater sind für uns in Lünen unverzichtbare Partner. Sie bringen hochkarätiges Schauspiel und Musiktheater direkt zu uns. Dass wir in diesem Jahr im Heinz-Hilpert-Theater Gastgeber für dieses wichtige Branchentreffen sein dürfen, unterstreicht die enge und bewährte Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und den Landesbühnen.“
Die vier Landesbühnen stellen ihre künftigen Spielpläne so frühzeitig vor, da die Kulturverantwortlichen der Städte und Gemeinden bereits jetzt ihre Veranstaltungskalender für die Saison 2027/28 füllen.
Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem kommenden Programm:
Die Burghofbühne Dinslaken eröffnet mit Lola rennt von Tom Tykwer, einer Geschichte, in der jede kleine Sekunde zählt, ihre Spielzeit. Spannend, tragisch und berührend geht es weiter mit Aimée und Jaguar. Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943 nach dem biografischen Roman von Erica Fischer. Das Stück erzählt von Mut, Sehnsucht und einer Liebe, die stärker ist als ihre Zeit. Ganz anders die KI-Satire Schleuderdrama: Mit urkomischer Zuspitzung zoomt das Stück in eine Familie hinein, deren aberwitziger Alltag durch Künstliche Intelligenz durcheinandergewirbelt wird und die Frage aufwirft: „Was macht den Menschen einzigartig?“.
Am Landestheater Detmold startet die Spielzeit musikalisch mit dem dramatischen Opern-Doppelabend Cavalleria rusticana / Der Bajazzo von Pietro Mascagni und Ruggero Leoncavallo. Hier werden zwei mitreißende Opern gespielt, die sich eindrucksvoll mit den großen Gefühlen von Liebe, Eifersucht und Betrug auseinandersetzen. Mit dem Ballett Carmina Burana bringt Choreograf Ivan Alboresi die kraftvolle Musik von Carl Orff auf die Bühne. Außerdem wird Sturmhöhe von Emily Brontë als intensives Drama voller gesellschaftlicher Konflikte und starker Figuren auf die Bühne gebracht.
Mit der raffinierten Kriminalkomödie Acht Frauen nach Robert Thomas eröffnet das Rheinische Landestheater die Spielzeit – jedoch ist diese Inszenierung anders, als man das Stück bisher kennt. Die Inszenierung löst sich von klassischen, konservativen und
veralteten Rollenbildern und verleiht dem bekannten Stoff eine moderne und aktuelle Perspektive. In dieser Spielzeit erhält ein weiterer Kinderbuchklassiker jedoch eine neue Interpretation: Tauchen Sie mit Peter Pan (Goes Wrong) ein in Henry Lewis‘, Jonathan
Sayers und Henry Shields‘ Theaterstück voller chaotischer Pannen, skurriler Missgeschicke und pointierter Situationskomik.
Das Westfälisches Landestheater startet mit einem spannenden Auftakt über das mysteriöse Verschwinden der bekannten Krimiautorin Agatha Christie: Vermisst! Was geschah mit Agatha Christie? Ein besonderes Highlight der Spielzeit ist außerdem Mama, bitte lern Deutsch von Tahsim Durgun. Offen, ehrlich und bewegend erzählt Durgun von seiner Kindheit, von den Erfahrungen seiner Familie mit Rassismus in Deutschland und von dem Versuch, den Platz in einer Gesellschaft zu finden, die stark geschlossen scheint.
Die Landestheater erfüllen eine Doppelfunktion: Zum einen spielen die Landesbühnen in ihrer Sitzstadt. Zum anderen ist es ihr kulturpolitischer Auftrag, qualitätsvolles und mobiles Theater in die nordrhein-westfälischen Städte und Gemeinden ohne eigenes
Theaterensemble zu bringen. Die vier Landestheater NRW spielen über 1.300 Veranstaltungen pro Spielzeit, davon durchschnittlich die Hälfte als Gastspiele in knapp 200 Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens und darüber hinaus. Mehr als ein Drittel aller Inszenierungen richtet sich an Kinder und Jugendliche.




