REFLEXIONSBUDE präsentiert: Tobias Dusche, „STRUKTUR STAMMHEIM“ | HörKiosk auf dem Pariser Platz, Stuttgart | 15.10. bis 15.11.26 | Preview mit Live-Elementen am 9.10.26 in der Akademie für gesprochenes Wort
Bald wird er abgerissen – der alte RAF-Gerichtssaal von 1975. Dort wurde Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Holger Meins und Jan-Carl Raspe der Prozess gemacht. Die turbulente, emotional aufgeladene Verhandlung wurde zur Legende und zu einem Schlüsselmoment bundesrepublikanischer Geschichte.
Doch selbst wenn er bald nicht mehr steht: Die Erfahrungen und die Folgen der politischen Entscheidungen, die mit dem alten Bau verbunden sind, haben sich fest eingeschrieben – in bestehende Gesetze ebenso wie in Stein: 2019 eröffnete auf dem angrenzenden Gelände das neue Prozessgebäude für das Oberlandesgericht Stuttgart in Stammheim. Die Sicherheitsarchitektur dieses Baus ist der Ausgangspunkt für STRUKTUR STAMMHEIM, konzipiert von dem Stuttgarter Regisseur, Autor und Videogestalter Tobias Dusche in Kooperation mit der Akademie für gesprochenes Wort. Die gut einstündige künstlerische Reflexion aus gesprochener Sprache, Musik, Geräusch und Gesang wird vom 15. Oktober bis 15. November 2026 jeweils von Donnerstag bis Sonntag in einem HörKiosk auf dem Pariser Platz in Stuttgart zu erleben sein, in einem umgebauten Container, entworfen und realisiert von dem Architekten Peter Weigand / umschichten. Bei der Aufzeichnung des Hörstücks wirkten mit: Matthias Klink (Staatsoper Stuttgart) begleitet von Frank Eberle (Klavier), Felix Strobel und Celina Rongen (Schauspiel Stuttgart), Orlando Schenk (Akademie für gesprochenes Wort) sowie die Sängerin und Performerin Claudia Splitt (loopmoss) und der Perkussionist Daniel Kartmann.
Dazu Tobias Dusche: „Das eherne Prinzip jedes Strafverfahrens ist die Mündlichkeit. Nur was ausgesprochen wird, hat vor Gericht Bedeutung.“ Was könnte sich also besser als Matrix für ein Hörstück eignen als eine Gerichtsverhandlung? Die Stammheimer Prozesse stießen eine Auseinandersetzung an, die heute relevanter ist als je zuvor: das Nachdenken über Gewaltenteilung, Demokratie und die ständige Abwägung zwischen Freiheit und Sicherheit. STRUKTUR STAMMHEIM reflektiert diese Themen nicht nur performativ. Das Stück macht sie auch unmittelbar räumlich erlebbar, in der Architektur des von Peter Weigand/umschichten entworfenen HörKiosks. Herzliche Einladung – auch zu der Preview mit Live-Elementen am 9. Oktober 2026 in der Akademie für gesprochenes Wort!

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