Eine außergewöhnliche Autorin

ist Lea Kampe.
Das ist das Pseudonym von Iris Müller.
Die Hauptfiguren ihrer Bücher sind dem Leser häufig durch andere Romane oder Filme bekannt.
Aber, wie es auch häufig der Fall ist, sind die Recherchen zum Thema oft ungenügend, falsch oder oft um der Spannung willen mit kleinen Unwahrheiten gespickt.
Anders bei Lea Kampe. Hier kann sich der Leser auf gründliche und wahrhaftige Nachforschungen verlassen, sodass Kampes Geschichten ein wahrer Spiegel der Ereignisse ist.
Kein „Held/Heldin“ kann ohne andere Menschen wirken, ist auf deren Mithilfe angewiesen.
Und das ist die besondere Schreibweise von Lea Kampe. Sie recherchiert zu den Nebenfiguren und zeigt deutlich, dass Großes nur gemeinsam erreicht werden kann. So im Roman „Der Engel von Warschau“, welcher erzählt, wie Irena Sendler während des Zweiten Weltkrieges über 2500 jüdische Kinder aus dem Warschauer Ghetto rettete und in polnischen Familien unterbrachte.
Und das ist nur mit hilfreichen Mitstreitern möglich. Die Idee allein war in diesen gefährlichen Zeiten ohne Freunde nicht machbar. Lea Kampe schildert das Geschehen so nah und wirklich, dass man meint ihre diese Menschen zu kennen.
Ebenso beeindruckt der Roman „Beelitz Heilstätten“. Anfangs eine sehr moderne Lungen-Heilstätte mit über 60 Gebäuden, wird Beelitz ab 1933 auch Lazarett. Auch hier schildert Lea Kampe genaue Hintergründe und beleuchtet die „Behandlung“ der Patienten unter den herrschenden „rassenhygienischen“ Bedingungen.
Lea Kampe
Lea Kampe alias Iris Claere Mueller, geboren 1971 in Mannheim, wuchs in Bad Wimpfen bei Heilbronn auf. Nach ihrem Studium der Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft an der Universität Heidelberg zog sie in die USA, wo sie an der renommierten Yale University im Fachbereich Medieval Studies promovierte. Seit 2005 lebt sie mit ihrem Lebensgefährten im süditalienischen Salerno. Im nahegelegenen Neapel arbeitet sie an der Internationalen Schule und lehrt mittelalterliche Geschichte an der University of Maryland Europe.
Sabine Penckwitt für kulturinfo-lippe




