
Ein origineller und zugleich herzerwärmender Krimi, der Humor und Spannung auf erfrischende Weise verbindet. Die Mischung aus Campingplatzidylle, skurrilem Witz und überraschenden Wendungen macht dieses Buch zu einem echten Lesevergnügen. Eine überkorrekte Nervensäge im Rentenalter bekommt als Gegenspieler eine Hippie-Oma mit Enkel. Einfach köstlich! Mit seinen schrägen, liebenswerten Figuren und der ungewöhnlichen Ermittlerkonstellation sorgt der Roman für beste Unterhaltung von der ersten
bis zur letzten Seite. Damit hat selbst die freigeistige Margot nicht gerechnet: Als die Hippie- Rentnerin und passionierte Dauercamperin zum Spaß mit ihrem Enkel Max
eine Geisterbeschwörung abhält, landet plötzlich Herr Deutschmann in ihrem Wohnwagen. Aber der selbst ernannte Platzwart und verhasste Dauernörgler ist eigentlich tot. Und jetzt will er unbedingt wissen, wer ihn auf dem Gewissen hat. Mit Max’ detektivischem Spürsinn, Margots unbändigem Improvisationstalent und Deutschmanns pingeligem Ordnungssinn bringt das außergewöhnliche Trio bei seinen Ermittlungen jedoch weitaus mehr ans Tageslicht, denn unter der Campingplatzidylle lauern tragische Schicksale
und menschliche Abgründe. Zwischen Weserromantik und Campingplatzchaos müssen Oma und Enkel mit viel Humor und Gänsehaut einen Mord aufklären, bevor für
Deutschmann endgültig die Uhr abläuft. Dabei begeben sie sich in größere Gefahr, als man zwischen Bouleplatz und Imbissbude erwarten würde …
Christiane Antons
Des Campers Fluch sind Tote
und Besuch
Taschenbuch
240 Seiten
ISBN 978-3-95441-763-6
14,00 Euro (D)
Still ruht der Campingplatz – die Toten aber nicht
NACHGEFRAGT:
Guten Tag, Frau Antons. Ihr neuer Camping-Krimi „Des Campers Fluch sind Tote und Besuch“ spielt auf einem Campingplatz an der Weser. Gibt es ein Vorbild, das heißt: Haben Sie selbst schon an der Weser gecampt oder was hat sie zu diesem Schauplatz inspiriert?
Christiane Antons: Der Campingplatz in meinem Buch ist erfunden, es gibt im schönen Weserbergland aber mehrere Campingplätze – was bei den Seen, der Weser, den unzähligen Rad-, Wanderrouten und Ausflugsmöglichkeiten wenig verwunderlich ist. In der Tat habe ich vor Jahren auf einem dieser Plätze das Campen mit dem Wohnwagen kennengelernt, denn mein Mann ist Dauercamper. Anfangs skeptisch, weil ich bis dato zum Team Hotel/Ferienwohnung gehört hatte, bin ich ziemlich schnell dem Charme des Campings erlegen. Aber das Klo lasse ich bis heute immer noch gerne ihn entleeren. Er macht das viel souveräner (lacht)-
In Ihrer Krimi-Komödie stehen drei wunderbar schräge Figuren im Mittelpunkt. Alt-Hippie-Oma und
Dauercamperin Margot, deren Enkel Max und Herr Deutschmann, ein selbsternannter Platzwart – dessen
größtes Problem nun ist, dass er tot ist. Was zeichnet diese Figuren aus und wie kamen Sie auf die Idee, dieses Trio in den Mittelpunkt der Handlung zu rücken?
Christiane Antons: Dass mindestens eine Frau wieder eine der Hauptfiguren sein wird, war für mich von Anfang an klar. Frauen waren bisher in all meinen Büchern Protagonistinnen, weil mir ihre Themen und Herausforderungen am Herzen liegen. Meines Erachtens müssen wir noch viel häufiger weibliche Perspektiven zu Wort kommen lassen– idealerweise aus allen Generationen. Ich liebe es auch im realen Leben, mich mit Frauen auszutauschen, die älter sind als ich. Sie besitzen zumeist so eine wundervolle Gelassenheit und einen Blick aufs Leben, der mich beeindruckt. Mit Margot wäre ich gerne befreundet. Sie hat das Herz am rechten Fleck, Erwartungshaltungen anderer sind ihr wumpe und sie lacht gerne. Deutschmann schoss in meinen Kopf, als für mich klar war, dass meine Krimikomödie auf einem Campingplatz spielt. Eine überkorrekte Nervensäge im Rentenalter stellt einen idealen Gegenspieler für Margot dar. Und weil ich Beziehungen über mehrere Generationen hinweg liebe, habe ich mit Max einen jungen Protagonisten dazu gestellt. Er ist acht und der Campingplatz ist sein Bullerbü. Et voilà, das Trio war geboren – ein gemischtes Team, das aneinander wächst.
Gibt es so etwas wie eine versteckte Botschaft wie „späte Reue“? Immerhin rätselt bzw. recherchiert der Tote mit Margot und Max, warum er ermordet wurde. Christiane Antons: „Botschaft“ empfinde ich als schwieriges Wort, weil es für mich etwas nach erhobenem Zeigefinger klingt bzw. als ob nur eine Interpretation gewollt ist. Kann man die Thematik herauslesen?
Jau. Auch,
dass es sich lohnt, Menschen länger zuzuhören und es meist zwei Seiten einer Medaille gibt. Wie wertvoll Freundschaften sind. Dass sich Dinge zum Guten wenden können, wenn man es am wenigsten erwartet. Dass du Leute nur vorn Kopp guckst. Ebenso, dass das Campingklo zu leeren, gelernt sein will und Ostwestfalen zum Lachen nicht zwingend in den Keller gehen.
Das Genre Cosy Crime ist Ihre große Stärke. Was zeichnet für Sie einen guten Krimi aus?
Christiane Antons: Stimmige Figuren. Packende Geschichte. Dass ich ihn zu ende lesen will.
Und last but not least: Was lesen Sie selbst am liebsten?
Christiane Antons: Ich lese kreuz und quer und könnte mich unmöglich auf ein Genre festlegen. Übrigens gilt das bei mir auch für alle anderen Kunstrichtungen: Musik, Film, Theater, bildende Kunst … Kunst muss mich in irgendeiner Art und Weise bewegen oder berühren. Das kann auf der emotionalen Ebene sein, auf der intellektuellen oder dazwischen. Berühren kann auch bedeuten, dass es mich nervt. Dann fordert es mich ja, was auch eine Qualität ist. Zu welchem Buch ich greife, ist bei mir auch sehr stimmungsabhängig.
Herzlichen Dank für das Interview.Christiane




