PREMIERE Sa. 05.12.26 / 19:30 Uhr / Stadttheater
Ein Sommernachtstraum
Benjamin Britten
Oper in drei Akten op. 64 / Libretto nach William Shakespeare, adaptiert von Benjamin Britten und Peter Pears / In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung Robin Davis Inszenierung Nadja Loschky Bühne Katrin Lea Tag
Kostüme Irina Spreckelmeyer Choreografie Thomas Wilhelm Konzeptionelle Mitarbeit
Yvonne Gebauer Dramaturgie Jón Philipp von Linden Licht Carsten Lenauer Choreinstudierung
Hagen Enke, Felicitas Jacobsen
Mit Evgueniy Alexiev, Dušica Bijelić, Bryan Boyce, Todd Boyce, Güzide Çoker,
Christopher Diffey, Alexandra Ionis, Tomas Kildišius, Junoh Lee, Veronika Lee, Moon
Soo Park, Dumitru-Bogdan Sandu, Andrei Skliarenko, Faris Yüzbaşıoğlu, Nils Wanderer,
Marta Wryk, Damen des Bielefelder Opernchores und des Extrachores, Bielefelder
Philharmoniker Mit freundlicher Unterstützung der Theseus,
Herzog von Athen, hat seine Hochzeit mit der Amazonenkönigin Hippolyta angekündigt, die er zuvor im Kampf besiegt hatte. Einer seiner Gefolgsleute bringt seine Tochter vor ihn, den Landesherrn: Hermia weigert sich, den Mann zu heiraten, den ihr Vater für sie bestimmt hat. Statt Demetrius liebt sie Lysander. Als Theseus ihr zur Wahl stellt, ins Kloster zu gehen oder mit dem Tod bestraft zu werden, flieht Hermia mit Lysander in den Wald, wohin der Arm des Gesetzes nicht reicht. Dem flüchtigen Liebespaar folgen der rachedurstige Demetrius und die ihn stalkende Helena. Überdies findet sich eine Gruppe Handwerker im Wald ein: Die wollen, um die Gunst des Herzogs zu erlangen, ein Theaterstück für seine Hochzeitsfeierlichkeiten einstudieren. Unbemerkt von den Menschen streiten hier, im Reich der Feen und Elfen, Königin Tytania und ihr Gatte Oberon so heftig, dass sogar die Jahreszeiten durcheinandergeraten sind. In seiner Ehre verletzt heckt Oberon einen Streich aus, mit dem er Tytania eins auswischen will. Als er hierfür seinen Gehilfen, den Kobold Puck, herbeiruft, geraten Dinge ins Rollen, die nachher alle Beteiligten zweifeln lassen, ob das, was sie erlebt haben, Traum oder vielleicht doch Wirklichkeit war …
Ein Sommernachtstraum ist denn auch der passende Titel für William Shakespeares wohl berühmteste Komödie, die er zwischen 1594 und 1596 verfasst hatte. Jahrhunderte später trat mit Benjamin Britten ein britischer Komponist auf den Plan, der sich 1945 mit seiner Oper Peter Grimes in den Olymp der bedeutendsten Opernkomponist* innen katapultierte. Da es in seiner britischen Heimat kaum Opernhäuser gab, die Werke dieser Größe professionell produzieren konnten, gründete er mit seinem Partner Peter Pears in seiner Heimatstadt Aldeburgh ein Festival und komponierte fortan Kammeropern, die in der dortigen kleinen Jubilee Hall mit ihren 300 Zuschauerplätzen
aufgeführt werden konnten. Im Jahr 1959 beschloss Britten mit den Stadtoberen, die Jubilee Hall zu erweitern. Um pünktlich zur Neueröffnung im Sommer 1960 eine neue – und etwas größere – Oper präsentieren zu können, was angesichts der verbliebenen Zeit
ein sportliches Vorhaben war, setzten Britten und Pears eine Lieblingsidee in die Tat um: Sie kürzten Shakespeares Ein Sommernachtstraum soweit, dass es sich als Libretto eignete (Opern können bei gleicher Spieldauer deutlich weniger Text verhandeln als
Schauspiele). Durch die Verwendung von Shakespeares Originalversen sparten sie viel Zeit, die Britten nun fürs Komponieren nutzen konnte. Längst hatte er die der Komödie eingeschriebene Musikalität verspürt und füllte nun die unterschiedlichen Figurenebenen
mit überaus originellen Klängen und Melodien. Das Atmosphärische, Traumhafte wurde darin ebenso musikalische Wirklichkeit wie die handfesten Dialoge der Charaktere.
Nadja Loschky lässt mit ihrem Team aus Katrin Lea Tag (Bühne), Irina Spreckelmeyer (Kostüme) und Thomas Wilhelm (Choreografie) das Zauberisch-Traumhafte des Waldes aufleben, verliert dabei die problemorientierte Disposition der Figuren sowie das
Komödiantische nicht aus dem Blick. Am Pult der Bielefelder Philharmoniker »zaubert« GMD Robin Davis seinerseits, um Brittens vielschichtige Klangwelt zu entfalten. Mit Nils Wanderer als Oberon kehrt ein Countertenor nach Bielefeld zurück, der bereits in der
Lichtspieloper Le Grand Macabre im Vorjahr für Furore gesorgt hat. Ihm zur Seite glänzt die aktuell für ihre Königin der Nacht (Die Zauberflöte) gefeierte Koloratursopranistin Veronika Lee als Tytania. Auch das »weltliche« Herrscherpaar ist bei Alexandra Ionis
(Hippolyta) und Bryan Boyce (Theseus) in den besten Händen. Als verwirrte Liebende treffen im Wald Dušica Bijelić (Helena), Marta Wryk (Hermia), Christopher Diffey (Lysander) und Todd Boyce (Demetrius) aufeinander. Puck, von Britten als Sprechrolle konzipiert, wird gespielt von Güzide Çoker und Faris Yüsbaşıoğlu. Als Handwerker proben Junoh Lee (Quince), Evgueniy Alexiev (Bottom), Andrei Skliarenko (Flute), Moon Soo Park (Snug), Tomas Kildišius (Starveling) und Dumitru-Bogdan Sandu (Snout) am »Stück im Stück« Pyramus und Thisbe. Die Damen des Bielefelder Opernchores und des Extrachores vervollständigen das Ensemble auf der Bühne.
Die Premiere findet am Samstag, 5. Dezember 2026, im Stadttheater statt. Bei einer öffentlichen Probe in der Reihe Ein Stück stellt sich vor können Besucher*innen am 23. November um 20:20 Uhr erste Einblicke gewinnen. Vor allen Vorstellungen nach der Premiere findet jeweils 30 Minuten vor Beginn im Loft eine Einführung statt. Nächste Termine 08.12. / 17.12. / 27.12. / 23.01. / … Karten T. 0521 51 5454 //
www.theater-bielefeld.de
MUSIKALISCHE LEITUNG
Robin Davis, im englischen Exeter geboren, schloss zunächst ein Mathematikstudium an der Cambridge Universität ab, bevor er an der Royal Academy of Music in London Klavierbegleitung bei Michael Dussek studierte. Dort wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kathleen Ferrier Begleitungspreis in der Wigmore Hall. Sein erstes Engagement bekam er 2009 als Solorepetitor am Theater Dortmund, wo er auch als Solist mit den Dortmunder Philharmonikern auftrat. Während dieser Zeit studierte er Dirigieren bei Ekhart Wycik und wechselte 2011 an das Oldenburgische Staatstheater als Kapellmeister und Assistent des GMDs. Nach Stationen als erster Kapellmeister am Theater Lüneburg und am Salzburger Landestheater wurde er 2020 zum Generalmusikdirektor am Theater Pforzheim berufen. Seit der Spielzeit 2025/26 ist er Generalmusikdirektor an den Bühnen und Orchester Bielefeld.
INSZENIERUNG
Nadja Loschky studierte Musiktheaterregie an der HfM »Hanns Eisler« in Berlin. Parallel zu ihrem Studium assistierte sie Hans Neuenfels und arbeitete als freie Regisseurin an den Städtischen Bühnen Osnabrück. An diesem Theater entstanden in den folgenden Jahren unter ihrer Regie auch erste Inszenierungen im Bereich Kinder- und Jugendtheater. 2006 wurde ihre Interpretation von Frieds Mono-Oper Das Tagebuch der Anne Frank zum Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen. Es folgten weitere Engagements, unter anderem am Staatstheater Kassel. 2011 debütierte sie mit der Uraufführung der Familienoper Mikropolis von Christian Jost an der Komischen
Oper Berlin. 2014 arbeitete sie erstmals am Theater Bielefeld: Ihre Inszenierung von Madama Butterfly wurde 2015 mit dem Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet. Seitdem inszeniert sie an renommierten Häusern, u.a. am Opernhaus Zürich, am Luzerner Theater, an der Komischen Oper in Berlin, an der Oper Graz, an der Oper Köln, an der Semperoper Dresden und der Oper Frankfurt. 2017 wurde sie Hausregisseurin und 2019 Künstlerische Leiterin des Musiktheaters in Bielefeld, wo sie zuletzt Egmont von Christian Jost, Der Barbier von Sevilla und die darauf basierende Familienopern- Uraufführung Doktor Bartolos Geheimnis oder In Sevilla sind die Mäuse los,
Ruggero Leoncavallos Zazà sowie die spartenübergreifende Musiktheater-Produktion Kassandra sowie die Schauspielstücke Wolf von Saša Stanišić und else (someone) von Carina Sophie Eberle auf die Bühne brachte. In den Spielzeiten 2023/24 und 2024/25 leitete Nadja Loschky die Bühnen und Orchester Bielefeld gemeinsam mit dem Intendanten Michael Heicks in einer Doppelspitze. Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie alleinige Intendantin.
BESETZUNG
Nils Wanderer Oberon
Veronika Lee Tytania
Güzide Çoker Puck
Faris Yüzbaşıoğlu Puck
Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld · Brunnenstraße 3 – 9 · 33602 Bielefeld
Intendanz: Nadja Loschky / Verwaltungsdirektorin: Stefanie Niedermeier
Christopher Diffey Lysander
Marta Wryk Hermia
Todd Boyce Demetrius
Dušica Bijelić Helena
Evgueniy Alexiev Nick Bottom, Weber (Pyramus)
Andrei Skliarenko Francis Flute, Balgmacher (Thisbe)
Junoh Lee Peter Quince, Zimmermann (Thisbes Vater)
Tomas Kildišius Robin Starveling, Schneider (Thisbes Mutter)
Dumitru-Bogdan Sandu Tom Snout, Kesselflicker (Pyramus‘ Vater)
Moon Soo Park Snug, Tischler (Löwe)
Bryan Boyce Theseus
Alexandra Ionis Hippolyta




