Einladung zur Premiere
»Muttersprache Mameloschn«
von Sasha Marianna Salzmann
am 21. November 2026 im Grabbe-Haus
Was bedeutet Herkunft für die eigene Biografie? Inwiefern wird man in seinem Charakter und seinen Anschauungen von seiner Familie geprägt? Auf welche Weise werden Sprache, Religion und politische Überzeugungen beeinflusst von der Gesellschaft, in der man aufwächst? Muss sich jede Generation von der vorhergehenden absetzen? Und gibt es Wunden aus der Vergangenheit, die über Generationen nachwirken?
In »Muttersprache Mameloschn« treffen drei Generationen jüdischer Frauen mit ihren persönlichen Anschauungen, Verletzungen und Sehnsüchten aufeinander. Da ist Großmutter Lin, die als Kind die Schoah überlebt hat und sich später als überzeugte Kommunistin bewusst für ein Leben in der DDR entschieden hat. Es war ihr ein Anliegen, die jüdischen Traditionen auch an ihre Tochter Clara weiterzugeben. Doch Clara distanziert sich sowohl vom Judentum als auch vom Sozialismus und wirft ihrer Mutter vor, sich nicht genügend um sie gekümmert zu haben. Enkelin Rahel geht zum Studieren nach New York und will erstmal nur weg – auch ihr Verhältnis zur Mutter
ist angespannt. Wie es das Schicksal will, hat sie die Möglichkeit, in der Lower East Side ein Apartment zu mieten – aber nur unter der Voraussetzung, dass sie die Küche koscher hält. Von ihrer Mutter Clara, die mit sämtlichen Traditionen gebrochen hat, weiß sie wenig über jüdische Gebräuche und religiöse Vorschriften. Was aus Pragmatismus begann, um an eine günstige Wohnung zu kommen, entwickelt sich zu einer Suche nach den eigenen Wurzeln. Und da ist noch Rahels Bruder Davie, der in einen Kibbuz nach Israel ausgewandert ist, den Kontakt zur Familie abgebrochen hat und trotz seiner Abwesenheit »auffällig anwesend« ist. In Sasha Marianna Salzmanns Drama liefern sich Großmutter Lin, Mutter Clara und Tochter Rahel einen schonungslosen Schlagabtausch. Mit bitterbösem Humor lässt die Autorin drei starke Frauen aufeinanderprallen, die sich in endlosen Schleifen Gemeinheiten an den Kopf werfen und emotional doch so eng miteinander verstrickt sind. Man kennt die blinden Punkte der anderen und fürchtet die eigenen.
Muttersprache Mameloschn [14+]
Schauspiel von Sasha Marianna Salzmann
Inszenierung: Konstanze Kappenstein
Bühne und Kostüm: Robert Sievert
Dramaturgie: Katrin Aissen
Mit: Stella Hanheide, Kerstin Klinder, Manuela Stüßer
Premiere: Samstag, 21. November 2026, 19:30 Uhr, Studiobühne im Grabbe-Haus
Weitere Vorstellungen: Di 1.12., Do 3.12., Sa 5.12., So 6.12., Fr 11.12., Di 15.12., Fr. 18.12., Sa
19.12.2026, jeweils 19:30 Uhr im Grabbe-Haus




