Ausstellungen und Projekte im MINSK Kunsthaus in Potsdam 2027
Durch ein multiperspektivisches Bild künstlerischer Stimmen verbindet das Ausstellungsprogramm 2027 lokale Kulturgeschichte mit internationalen Perspektiven auf den Sozialismus und Fragen der Gegenwart. »Die Vielfalt und die gleichzeitige wissenschaftliche Tiefe zeichnen die Inhalte des MINSK aus«, sagt Anna Schneider, Direktorin des Kunsthauses in Potsdam, mit Blick auf das kommende Jahr.
»Darüber hinaus setzt DAS MINSK wichtige konzeptionelle Impulse im Bereich der Vermittlung: Die räumliche Erweiterung durch DAS MINSK LAB und das Artist-in Residency-Programm eröffnet Spielräume für neue Vermittlungsformate und schärft das Profil des MINSK als Ort, an dem Kunst, Forschung und Teilhabe zusammenkommen. Diese Weiterentwicklung fällt in unser fünfjähriges Jubiläum. Wir
blicken zurück auf die Geschichte des Hauses und fragen zugleich, welche Rolle DAS MINSK künftig für Kunst und für die Auseinandersetzung mit der Kulturgeschichte der DDR spielen soll«, führt Anna Schneider aus.
Mario Pfeifer. Zustand der Nation
6.3.–8.8.2027
Mit Zustand der Nation unternimmt der Künstler Mario Pfeifer (*1981, Dresden) den Versuch, ein fortschreibendes gesellschaftliches Psychogramm Deutschlands zu entwerfen, das politische Haltungen, soziale Erfahrungen und individuelle Stimmungen gleichermaßen erfasst. In Zusammenarbeit mit einer Agentur für Wahl- und Meinungsforschung befragt Pfeifer wahlberechtigte Bürger:innen aus
Deutschland zum politischen, sozialen und emotionalen Zustand des Landes. Mithilfe einer speziell dafür programmierten und auf einem lokalen Rechner laufenden Künstlichen Intelligenz werden die Interviews mit aktuellen globalen Nachrichtenströmen verdichtet. So entsteht eine (Mehr-Kanal-)Installation, die individuelle Erfahrungen und gesellschaftliche Dynamiken miteinander verschränkt.
Auf diese Weise entsteht ein Reflexionsraum, der gegenwärtige Stimmungen, Konfliktlagen und Verbindungslinien sichtbar macht und zugleich mögliche Zukunftsszenarien zur Diskussion stellt. Die Ausstellung wird von Marie Gerbaulet und Anna Schneider kuratiert.
Zustand der Nation wird von DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam und dem Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden produziert.
Die Ausstellung im Albertinum in Dresden wird von Hilke Wagner kuratiert und gefördert im Programm Kunst & KI der Kulturstiftung des Bundes und durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Auf der Suche nach einer neuen Sprache
6.3.–8.8.2027
Die Ausstellung Auf der Suche nach einer neuen Sprache bietet einen Einblick in die kulturellen Beziehungen zwischen der DDR und den arabischen Ländern. Eine bedeutende Quelle für die Ausstellung ist die Zeitschrift al-Majallah [dt. das Magazin]. Die Zeitschrift wurde zwischen 1959 und 1990 vom Dresdener Verlag Zeit im Bild als einzige Zeitschrift der DDR in arabischer Sprache herausgegeben und in
Südwestasien und Nordafrika vertrieben. Auf der Suche nach einer neuen Sprache dokumentiert die Kunstgeschichten, die in al-Majallah enthalten sind und bettet diese in den breiteren Kontext des künstlerischen Austauschs zwischen der DDR und den arabischen Ländern ein. Dazu gehören Studienaufenthalte, Ausstellungstätigkeit sowie persönliche Verbindungen, die sich in einem Spannungsfeld zwischen
individueller Erfahrung und staatlich verordneter Solidaritätsbekundung bewegten. Mit Arbeiten von Daoud Salman Anad, Inji Efflatoun, Hamed Ewais, Wieland Förster, Lea Grundig, Peter Herrmann, Mohammed Khadda, Sigrid Noack, Jewad Selim, Naziha
Selim und anderen. Die Ausstellung wird von Hala Ghoname und Daniel Milnes kuratiert.
Sosa Joseph
4.9.2027–6.2.2028
Im Herbst 2027 präsentiert DAS MINSK die erste institutionelle Einzelausstellung der indischen Malerin Sosa Joseph (*1971, lebt und arbeitet in London). In ihren traumartigen, figurativen Gemälden verbindet Joseph eine eindringliche Erzählweise mit einem ausgeprägten Gespür für Farbe. In den vergangenen Jahren hat sie wiederholt Geschichten aus ihrer Familie aufgegriffen, die ihr häufig von ihrem Vater
überliefert wurden und die auf der Leinwand zu poetischen Zeugnissen ihrer Heimatregion Kerala werden. Im Mittelpunkt stehen die Lebensgeschichten von Frauen und Mädchen, eingebettet in die besondere Natur Keralas – einer Region, die von einem komplexen Flussnetz sowie einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt geprägt ist. Zugleich verweisen Josephs intime Szenerien auf größere globale
Zusammenhänge: auf die transnationale Geschichte des Sozialismus ebenso wie auf das koloniale Erbe Keralas, die die Region bis heute prägen. Die Ausstellung wird von Daniel Milnes und Anna Schneider kuratiert.
Jubiläumsausstellung: 50/5
4.9.2027–6.2.2028
DAS MINSK feiert Geburtstag! Anlässlich des 50. Jubiläums der Eröffnung des Terrassenrestaurants »Minsk« und des 5. Jahrestages des MINSK Kunsthaus in Potsdam wird im Herbst 2027 im Kabinettraum die Präsentation 50/5 gezeigt. Historische Zeitzeugnisse erzählen die Geschichte(n) des Hauses von der Eröffnung des Restaurants 1977 bis zur Wiedereröffnung als Kunsthaus 2022. Doch die Geschichte des Hauses endet nicht mit dem Blick zurück: Zeitgenössische künstlerische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven machen die
Präsentation zu einem lebendigen Archiv und schlagen eine Brücke ins Hier und Jetzt. Wir laden dazu ein, die Geschichte weiterzudenken – eines Hauses, das immer schon ein Ort der Begegnung war. Die Ausstellung wird von Luisa Bachmann kuratiert.
DAS MINSK LAB
Ab Frühling 2027
Im Frühling 2027 eröffnet das DAS MINSK LAB als räumliche Erweiterung für die Aktivitäten des Museums. Das DAS MINSK LAB versteht sich als Ort für Kreativität, interdisziplinäres Forschen und gemeinsames Lernen. Hier treffen unterschiedliche Menschen und Perspektiven aufeinander, die Kunst mit gesellschaftlichen Fragen verbinden. Die Räumlichkeiten beherbergen eine öffentliche Präsenzbibliothek, eine
Studioküche und einen Workshop- und Veranstaltungsbereich für die begleitenden Programme des Hauses.
DAS MINSK LAB wurde von Some Place Studio gestaltet und bietet ab Frühling 2027 Raum für Workshops, gemeinsames Kochen und Essen, Lesen und Recherche sowie für Gesprächsformate, Symposien und lokale Kollaborationen.
ARTIST-IN-RESIDENCE Programm 2027
Im kommenden Jahr startet DAS MINSK ein neues internationales Residenzprogramm, das jährlich zwei Aufenthalte für Künstler:innen ermöglicht. DAS MINSK bekräftigt damit sein Engagement für künstlerische, wissenschaftliche und interdisziplinäre
Forschung und Praxis, genauso wie sein Selbstverständnis als gastgebender Ort für Reflexion, Vernetzung, Innovation und Gemeinschaft.
Im Rahmen der Culinary Residency wird ein:e Stipendiat:in eingeladen, ein Projekt zu realisieren, das Kochen als kulturelle und künstlerische Praxis versteht und dabei neue Perspektiven auf Kunst, ökologische Kreisläufe und gesellschaftliche Fragen
eröffnet. Mit der ZEITEN Residency lädt das Museum Künstler:innen, Autor:innen, Wissenschaftler:innen, Kunsthistoriker:innen sowie interdisziplinär Forschende dazu ein, sich mit der Geschichte des Hauses, seiner Sammlung und den unterschiedlichen
zeitgeschichtlichen Facetten des Ortes auseinanderzusetzen. Durch ein multiperspektivisches Bild künstlerischer Stimmen verbindet das
Ausstellungsprogramm 2027 lokale Kulturgeschichte mit internationalen Perspektiven auf den Sozialismus und Fragen der Gegenwart. »Die Vielfalt und die gleichzeitige wissenschaftliche Tiefe zeichnen die Inhalte des MINSK aus«, sagt Anna Schneider, Direktorin des Kunsthauses in Potsdam, mit Blick auf das kommende Jahr.
»Darüber hinaus setzt DAS MINSK wichtige konzeptionelle Impulse im Bereich der Vermittlung: Die räumliche Erweiterung durch DAS MINSK LAB und das Artist-in Residency-Programm eröffnet Spielräume für neue Vermittlungsformate und schärft das Profil des MINSK als Ort, an dem Kunst, Forschung und Teilhabe zusammenkommen. Diese Weiterentwicklung fällt in unser fünfjähriges Jubiläum. Wir
blicken zurück auf die Geschichte des Hauses und fragen zugleich, welche Rolle DAS MINSK künftig für Kunst und für die Auseinandersetzung mit der Kulturgeschichte der DDR spielen soll«, führt Anna Schneider aus.
Titelbild, der jetzigen aktuellen Ausstellung:
ANNEMIRL BAUER. BRUCH IST IN DER WELT
5. September 2026 – 7. Februar 2027




