Ausstellung | Über 100.000 Besuche: Museum Barberini zieht erfolgreiche Bilanz der Ausstellung zu Paul Signac
Über 100.000 Besuche: Museum Barberini zieht erfolgreiche Bilanz der Ausstellung zu Paul Signac
Foto: David von Becker
Potsdam, 15. Oktober 2026 – Die Ausstellung Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus endete am 11. Oktober 2026 mit insgesamt 104.168Besuchen. Die gemeinsam mit der Kunsthal Rotterdam realisierte Schau beleuchtete Signacs zentrale Rolle in der europäischen Moderne und verband hochkarätige Leihgaben mit einem vielseitigen Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm.
Mit Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus widmete sich das Museum Barberini einem der prägenden Künstler der französischen Moderne. Die Ausstellung zeichnete Signacs Entwicklung von frühen Uferlandschaften über Interieurs und Porträts bis zu den lichtdurchfluteten Küstenbildern der Côte d’Azur nach. Dabei wurde sichtbar, wie er die Möglichkeiten der Farbe neu auslotete und die Malerei mit den ästhetischen und gesellschaftlichen Visionen seiner Zeit verband. Über das malerische Werk hinaus beleuchtete die Schau Signacs Bedeutung als Theoretiker, Sammler und Mäzen sowie als Netzwerker, Lehrer und Ausstellungsorganisator. Sein Einfluss reichte weit über Frankreich hinaus und prägte die Entwicklung des Neoimpressionismus auch in Belgien und Deutschland.
36 Werke Signacs traten in einen Dialog mit mehr als 60 Gemälden von Künstlerinnen und Künstlern wie Lucie Cousturier, Henri-Edmond Cross, Maximilien Luce, Camille Pissarro, Théo van Rysselberghe, Jeanne Selmersheim-Desgrange, Georges Seurat und Jan Toorop. Die Gegenüberstellung verdeutlichte sowohl die gemeinsamen Grundlagen der Bewegung als auch die individuellen Positionen ihrer Vertreter. Zu den Leihgebern zählten das Van Gogh Museum in Amsterdam, das Art Institute of Chicago, die National Gallery of Ireland in Dublin und das Musée d’Orsay in Paris.
Das Museum Barberini hält mit zehn neoimpressionistischen Werken von Signac, Henri-Edmond Cross, Camille Pissarro und anderen, einer Dauerleihgabe der Hasso Plattner Foundation, einen der größten Bestände dieser Strömung in Deutschland. Die Schau war bereits das dritte Ausstellungsprojekt zum Neoimpressionismus – nach Farbe und Licht. Der Neoimpressionist Henri-Edmond Cross (2018) und Mit offenem Blick. Der Impressionist Pissarro (2025).
Die große Resonanz setzte sich im Begleitprogramm fort: Während der Laufzeit fanden über 800 Führungen und Workshops statt. Über 15.200 Teilnahmen verzeichnete das Museum bei Vermittlungsangeboten, Filmvorführungen, Hoffesten, Konzerten, Gesprächen und Vorträgen. Führungen wurden auf Deutsch und in acht weiteren Sprachen angeboten.
Zu den Höhepunkten zählten drei Open-Air-Kinoabende mit französischen Filmklassikern und Gesprächen mit den Regisseuren Volker Schlöndorff und Andreas Dresen sowie das erste Barberini Kinderfest. Sandra Richter, Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, setzte mit einem Vortrag einen literarischen Akzent. Im Nikolaisaal Potsdam verband ein Konzert Musik von Maurice Ravel und Claude Debussy mit Lesungen von Texten Marcel Prousts, Gustave Flauberts und Rainer Maria Rilkes durch Jens Harzer. Knapp 900 Studierende und Auszubildende aus Potsdam und Berlin kamen zum dritten Barberini Get-together für Studierende.
Digitale Angebote, darunter Video-Interviews mit Impressionismus-Forschenden und neue Folgen des Podcasts Im Moment. Eine meditative Reise mit Schauspieler Benno Fürmann, erweiterten die Auseinandersetzung mit der Kunst über den Museumsbesuch hinaus.
Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini: „Mit Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus hat das Museum Barberini nicht nur das Werk eines maßgeblichen Protagonisten der Moderne in den Mittelpunkt gerückt, sondern auch die künstlerischen, theoretischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge einer internationalen Bewegung sichtbar gemacht. Die Verbindung aus wichtigen Leihgaben, kunsthistorischer Differenzierung und einem breit angelegten Vermittlungsprogramm eröffnete unterschiedliche Zugänge zu Signacs Werk und seiner Wirkungsgeschichte. Die über 104.000 Besuche und die rege Teilnahme an den Veranstaltungen und dem Vermittlungsprogramm unterstreichen das anhaltende Interesse an der Kunst des Impressionismus und Neoimpressionismus. Zugleich bestätigt die Ausstellung den Anspruch des Museum Barberini, kunsthistorische Forschung mit einer international ausgerichteten Ausstellungspraxis und vielfältigen Angeboten für ein breites Publikum zu verbinden“.
Mit der der kommenden Austellung Die Impressionisten. Monet, Morisot, Renoir und ihr Netzwerk (7. November 2026 bis 21. Februar 2027) feiert das Museum Barberini sein zehnjähriges Bestehen. Die Schau erzählt die Geschichte des Impressionismus anhand jener Freundschaften, Förderer, Sammler und Kunsthändler neu, die den Aufbruch der Moderne von Paris in die Welt trugen. Internationale Leihgaben aus führenden Sammlungen, darunter dem Musée d’Orsay in Paris, der National Gallery of Art in Washington und dem Metropolitan Museum of Art in New York, eröffnen neue Perspektiven auf das Netzwerk hinter der künstlerischen Bewegung.