Von Menschen und Göttern Die Bielefelder Philharmoniker starten in die neue Symphoniekonzert-Saison am 16. und 18. Oktober 2026
Mit Werken von Lera Auerbach, Robert Schumann und Gustav Mahler eröffnen die Bielefelder Philharmoniker unter der Leitung von Robin Davis am 16. und 18. Oktober die Saison 2026/27 in der Rudolf-Oetker-Halle. Als Solist ist der international gefeierte Cellist Steven Isserlis erstmals in Bielefeld zu Gast.
Ein musikalischer Höhenflug, große Gefühle und eine Symphonie voller überraschender Wendungen: Zum Auftakt der neuen Saison präsentieren die Bielefelder Philharmoniker ein Programm, das von menschlichen Sehnsüchten, Grenzerfahrungen und der Kraft der Musik erzählt. Zugleich gibt der Abend einen ersten Einblick in den thematischen Schwerpunkt der Saison 2026/27: das Lied und seine vielfältigen Verbindungen zur symphonischen Musik.
Den Auftakt bildet Icarus der Komponistin Lera Auerbach. Inspiriert vom griechischen Mythos des Ikarus, der mit seinen Flügeln der Sonne zu nahe kommt und abstürzt, entfaltet die Musik eine dramatische Klangwelt zwischen grenzenloser Freiheit und drohendem Scheitern. Treibende Rhythmen, aufsteigende Melodielinien und der sphärische Klang des Theremins lassen einen musikalischen Höhenflug entstehen. Für Auerbach steht dahinter eine zutiefst menschliche Sehnsucht: der Wunsch, über die eigenen Grenzen hinauszuwachsen. »Sie müssen nicht verstehen, wie oder warum,«, gibt Lera Auerbach ihrem Publikum einen Rat zur Rezeption ihrer Komposition, »lassen Sie sich einfach von der Musik mitnehmen, wohin sie Sie führt.«

Mit Robert Schumanns Konzert für Violoncello und Orchester folgt eines der poetischsten Werke der romantischen Konzertliteratur. Schumann komponierte es 1850 in nur zwei Wochen, doch zu seinen Lebzeiten kam es nie zur Aufführung. Statt auf virtuose Effekte setzt das Werk auf einen intensiven Dialog zwischen Soloinstrument und Orchester. Besonders der langsame Mittelsatz entfaltet eine beinahe gesungene Melodie und schlägt damit eine erste Brücke zum Saisonthema Lied. Solist ist der vielfach ausgezeichnete britische Cellist Steven Isserlis, der weltweit mit führenden Orchestern konzertiert und nun sein Debüt in Bielefeld gibt.
Den monumentalen Abschluss bildet Gustav Mahlers 1. Symphonie, bekannt unter dem Beinamen Titan. Was heute zu den großen Werken des symphonischen Repertoires zählt, sorgte bei der Uraufführung 1889 zunächst für Irritationen. Mahler verbindet Naturklänge, volkstümliche Melodien, grotesken Humor und gewaltige orchestrale Ausbrüche zu einer musikalischen Reise voller Kontraste. Dabei greift er auf sein eigenes Liedschaffen zurück: Melo-dien aus den Liedern eines fahrenden Gesellen finden Eingang in die Symphonie, während das bekannte Kinderlied Bruder Jakob plötzlich als düsterer Trauermarsch erklingt. Vom zarten Erwachen der Natur bis zum triumphalen Finale entfaltet sich ein Werk, das bereits die unverwechselbare Klangsprache des jungen Mahler erkennen lässt.
Karten für die Konzerte am Freitag, den 16. Oktober um 20 Uhr, sowie am Sonntag, den 18. Oktober um 11 Uhr sind zwischen 34,00 € (ermäßigt 17,00 €) und 41,00 € (ermäßigt 20,50 €) an der Theater- und Konzertkasse (Altstäd-ter Kirchstraße 14, Tel.: 0521 51-5454) oder online unter www.bielefelder-philharmoniker.de erhältlich. Eine Einführung mit Robin Davis findet 45 Minuten vor Konzertbeginn im Kleinen Saal statt.




