Puccinis La Bohème im Landestheater
Wer kennt sie nicht, die traurige Geschichte von Mimi und Rudolfo, denen Giacomo Puccini in seiner wohl bekanntesten Oper ein Denkmal gesetzt hat. Nun ist sie auch im Detmolder Landestheater von der Regisseurin Katharina Thoma auf die Bühne gebracht worden. Am Anfang sieht man Mimi im Warteraum einer Arztpraxis, im Hintergrund ein großes Röntgenbild einer Lunge mit einem großen Schatten. Hier bahnt sich etwas Schreckliches an. Der Arzt bestätigt ihr, das sie nicht mehr lange zu leben hat.
Damit beginnt die Oper. Ein guter Einfall der Regisseurin. Die Oper ist in in klassischer Manier aufgebaut. Die vier Freunde Rudolfo (Ji -Woon Kim) , Marcello (Harry Hukasian) , Schaunard (Soijln Yang) und Colline ( Jaime Mondaca Galaz) in ihrer eiskalten Dachkammer im Pariser Künstlerviertel Quartier Latin , stellen mit Galgenhumor ihre sehr dürftige Lage dar, indem Rudolfo sein Manuskript Akt für Akt in Flammen aufgehen lässt. Die komödiantischen Albereien der vier Künstler sind mit großer Vitalität auf die Bühne gebracht worden , hervorragend von den vier Darstellern umgesetzt.
In dem autobiographischen, seinerzeit erfolgreichen Bohème – Roman von Henri Murger (1822-1862)- es gab auch eine Bühnenfassung – hat Puccini viele Details und vor allem manchen Tropfen vergossenes Herzblut aus seiner eigenen Bohemien Vergangenheit in Mailand wiedergefunden. Vor allem die Liebes – und Leidensgeschichte der beiden Hauptdarsteller Johanna Nylund , als Mimi und Ji -Woon Kim als Rudolfo sind überzeugend sowohl stimmlich als auch spielerisch eine Traumbesetzung, die mit dem gesamten Team Puccinis meisterhafte und hoch dramatische Musik gekonnt umsetzten. Millica Millic war eine temperamentvolle Musetta, aber mit viel Herz und Empathie, wie sie es im Verlauf der Handlung eindeutig unter Beweis stellte. Es war eine tolle Aufführung, die vom Chor und Extrachor des Landestheaters , unterstützt vom Projektchor des Grabbe- Gymnasiums Detmold und vor allem dem Symphonischen Orchesters des Landestheaters Detmold unter der bewährten musikalischen Leitung von Per-Otto Johansson zu einem ganz besonderen Abend wurde. Chapeau!!!

Annette Schäfer





