Gereon Krebber zur Ausstellung „Numblies“
„Sorry, das ist ein Monstrum“, entschuldigt sich der Künstler Gereon Krebber vorab. Seine großformatige Skulptur ‚Nymo‘ ist ein liegender Körper, der wie ein fremdartiges Organ wirkt. Die Ausstellung des Kölner Bildhauers im Kunstverein Lippe eröffnet am 13. September im Schloss Detmold.
Das vermeintliche Ungeheuer passte kaum durch das Schlosstor. Jetzt liegt es auf den Pflastersteinen im Innenhof: ‚Nymo‘ ist etwa 3,20 m lang und in Acrylharz gefertigt. Die Form wirkt teils wie unter der eigenen Masse zusammengesackt, teils ragen organische Rundungen empor. „Da kam immer noch was dran oder wieder ab, das war ein langer Prozess“, erläutert Krebber: „Es soll ja ‚morphen‘, lebendige Gestalt gewinnen.“
Volumina wölben und dehnen sich; der Künstler hat harte Schnitte und gezogene Kanten dagegen gesetzt, „um es in den Griff zu bekommen“, wie er sagt. Die Plastik wirkt, als ob sie etwas in sich birgt. ‚Nymo‘ erinnert vielleicht an Körperdrüsen, Riesen-Basier oder Teigklumpen mit barocken Schwüngen. Zum Innenhof des Weser-Renaissance-Schlosses ist ‚Nymo‘ ein prägnanter Kontrast – ein Fremdkörper im buchstäblichen Sinn.Im Ausstellungsraum des Kunstvereins Lippe zeigt Krebber steinartige Kernplastiken aus
Papierbeton, die am Boden liegen.Krebber nimmt Formensprachen der Moderne auf, um sie für seine Themen wie Körper und Material neu einzusetzen: Die ‚Numblies‘ geben sich abstrakt, fast formal in den Linien, zu einander gesetzen Flächen und vereinfachten Volumina. Die Oberfläche ist mit einem Papiermaché-Faserbeton gestaltet, den der Künstler aus Zellstoff, Zement und Bindemittel anrührt, aufträgt und händisch anklopft. Seine Finger hinterlassen eine regelmässige Textur im feuchten, modellierbaren Material, dass aushärtet und fest auftrocknet. Grau in der Farbe, wirken die ‚Numblies‘ wie versteinerte organische Monumente – und fast wie der Nachwuchs vom imaginären Muttertier ‚Nymo‘.




