Ausstellung | Der September im Jüdischen Museum Berlin
Der September
im JMB
Neue Ausstellung
Gestaltung: Magma
Ausstellung
Das Gegenteil von Jetzt
Künstlerische Wege in eine andere Gegenwart
4. Sep 2026 – 10. Jan 2027, JMB, Altbau 1. OG
Das Jüdische Museum Berlin (JMB) zeigt vom 4. September an die Jubiläumsausstellung Das Gegenteil von Jetzt. Künstlerische Wege in eine andere Gegenwart. Sie geht vom Heute aus, von einer Situation, die oft als bedrückend und ausweglos wahrgenommen wird. In dieser Lage regen zwölf künstlerische Projekte dazu an, dem Status quo andere Vorstellungen entgegenzusetzen: geschichtlich überlieferte, neue und eigene. Das Publikum ist eingeladen, die eigene Vorstellungskraft zu erkunden, ihre Grenzen und Beschädigungen wahrzunehmen, ihr verschüttetes Potenzial wachzurufen.
Mit Yael Bartana, Andrea Büttner, Chto Delat International, Arnold Dreyblatt, William Forsythe, Dana Kavelina, Alexander Kluge, Daniel Laufer, Dor Zlekha Levy, Ari Benjamin Meyers, Alona Rodeh, Eran Schaerf.
Eröffnung der Ausstellung Das Gegenteil von Jetzt.
Künstlerische Wege in eine andere Gegenwart
Ausstellungseröffnung mit Programm
Do, 3. Sep, ab 18:30 Uhr, Glashof
Das JMB lädt herzlich zur Eröffnung der Ausstellung Das Gegenteil von Jetzt. Künstlerische Wege in eine andere Gegenwart ein. Nach dem Empfang ab 18:30 Uhr im Glashof sprechen um 19 Uhr Hetty Berg, Direktorin des JMB, Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie die Kuratorinnen der Ausstellung, Julia Friedrich und Shelley Harten. Bei Drinks und Snacks im Museumsgarten sowie geöffneten Ausstellungsräumen bietet der Abend Gelegenheit zum Austausch und zur ersten Begegnung mit der Ausstellung. Ab 19:30 Uhr setzt die Party mit DJ Josiane einen musikalischen Akzent und lädt dazu ein, die Ausstellungseröffnung in spätsommerlicher Atmosphäre zu feiern.
Besuchende mit Guidin vor dem Libeskind-Bau; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Justus Lemm
25 Jahre JMB
Familiensonntag
Familienangebote für Kinder und Jugendliche
So, 6. Sep, 10–18 Uhr, JMB
Im Jubiläumsjahr 2026 lädt das JMB Familien mit Kindern zwischen sechs und sechzehn Jahren zu gemeinsamen Entdeckungstouren ein. Von Mai bis Dezember steht jeweils ein Sonntag im Monat unter einem eigenen thematischen Schwerpunkt – von Essen und jüdischen Festen über Architektur und Kunst bis hin zu Geschichte, Musik und Alltagskultur. Ein vielseitiges Programm, das neugierig macht und zum Mitmachen einlädt.
Alli Neumann zählt zu den besonderen Highlights der JMB-Konzertreihe Zukunftsmusik. Die vielseitige Musikerin aus Flensburg hat sich mit ihren Alben Madonna Whore Complex und Primetime als prägende Stimme der deutschen Popmusik etabliert und verbindet persönliche Selbstermächtigung mit gesellschaftlichen Fragen. Im Rahmen des 25. Jubiläums des JMB steht ihr Konzertabend für Pop mit Haltung und einen künstlerischen Blick auf Gegenwart und Wandel.
Maximilian Pichl, Foto: Adrian Oeser; Dinah Riese, Foto: Sonja Trabandt
Akademie
Repressive Migrationskontrolle und autoritärer Umbau in Europa. Maximilian Pichl im Gespräch mit Dinah Riese (auf Englisch)
Im Rahmen der Digital Lecture Series Menschenrechte als letzte Utopie? Migration und jüdische Geschichte
Do, 10. Sep, 19 Uhr, online
Die europäische Asyl- und Migrationspolitik ist seit drei Jahrzehnten gleichzeitig durch Offenheit und Abschottung gekennzeichnet: Die Vergemeinschaftung liberalisierte das Asylrecht in vielen Staaten, schuf aber gleichzeitig mit Frontex und Migrationspakten Instrumente der repressiven Migrationskontrolle.
Im Rahmen der Digital Lecture Series Menschenrechte als letzte Utopie? Migration und jüdische Geschichte gibt der Rechts- und Politikwissenschaftler Maximilian Pichl einen Überblick über die dreißigjährige Geschichte der europäischen Asylpolitik und erläutert, warum es gerade zu einer neuen Zäsur kommt.
Maxiliman Pichl ist Professor für Recht der Sozialen Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences, zuvor unterrichtete er an der Hochschule Rhein Main, der Goethe-Universität in Frankfurt a. M. und der Universität Kassel. Von 2015 bis 2017 war er rechtspolitischer Referent von PRO ASYL e.V.
Miriam Rürup, Foto: Georg Wamhof; Dinah Riese, Foto: Sonja Trabandt
Akademie
Staatenlosigkeit und Visionen von Zugehörigkeit
Miriam Rürup im Gespräch mit Dinah Riese (auf Englisch)
Im Rahmen der Digital Lecture Series Menschenrechte als letzte Utopie? Migration und jüdische Geschichte
D, 29. Sep, 19 Uhr, online
Staatsbürgerschaft ist in Einwanderungsgesellschaften die Garantie für gleichberechtigte Teilhabe, soziale Rechte und politische Mitbestimmung – zugleich ist sie Voraussetzung für menschenrechtlichen Schutz. Was bedeutet es also, staatenlos zu sein? Wie wurde und wird Staatenlosigkeit noch immer zu einem Massenphänomen und welche lebensweltlichen Konsequenzen hat dies? In diesem Gespräch soll der Zusammenhang von Citizenship und Menschenrechten in historischer wie utopischer Perspektive, mit Blick auf Möglichkeiten der Erweiterung und politischen Solidarität diskutiert werden.
Miriam Rürup ist Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien in Potsdam. Derzeit forscht sie zum Umgang der Vereinten Nationen mit Staatenlosigkeit sowie Ideen universeller Zugehörigkeit nach beiden Weltkriegen und deren Rückwirkungen auf die nationalstaatliche Politik in West-Deutschland.
Im Rahmen der Ausstellung
Das Gegenteil von Jetzt. Künstlerische Wege in eine andere Gegenwart
Do, 10. Sep, 16 Uhr
Altbau EG, Meeting Point im Foyer
Die Kuratorin Shelley Harten stellt in dieser Führung die künstlerischen Projekte vor, erläutert die konzeptionellen Hintergründe der Ausstellung und lädt zu einem Austausch über Das Gegenteil von Jetzt ein. Die Ausstellung Das Gegenteil von Jetzt fragt nach Alternativen: nach Umkehr, nach Hoffnung und nach der Vision eines besseren Lebens für alle.
Führung für Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung
Im Rahmen der Ausstellung
Das Gegenteil von Jetzt. Künstlerische Wege in eine andere Gegenwart
Do, 17. Sep, 15:30 Uhr
Altbau EG, Meeting Point im Foyer
Die Führung durch die Ausstellung stellt die zwölf künstlerischen Projekte vor, erläutert die konzeptionellen Hintergründe der Ausstellung und lädt ein zu einem Austausch über das Gegenteil von Jetzt.
Bereich Schabbat im Themenraum Gebot und Gebet; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff
DAUERausstellung
Judentum erklingt
Klang- und Tastführung für Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung
Mi, 23. Sep, 15–17 Uhr, Meeting Point im Foyer
Der Rundgang durch die Dauerausstellung thematisiert Religion und Rituale anhand unterschiedlicher Sinneseindrücke. Die Besucher*innen ertasten oder riechen Objekte und hören Klangstationen, die sie die vielstimmige jüdische Kultur und Religion erfahren lassen.
Blick in den Themenraum Tora; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Roman März
DAUERausstellung
Religion und Ritual: Rosch ha-Schana und Jom Kippur
Öffentliche Führung
So, 20. & 27. Sep, 11 Uhr
Meeting Point im Foyer
In dieser besonderen Themenführung stehen die Feiertage Rosch ha-Schana und Jom Kippur im Mittelpunkt. Das jüdische Neujahrsfest Rosch ha-Schana markiert den Tag, an dem die Erschaffung der Welt abgeschlossen war. Jom Kippur schließt neun Tage nach Rosch ha-Schana an und bildet mit ihm die Hohen Feiertage des Judentums.
Blick in den Epochenraum Bilder machen Leute; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Roman März
DAUERausstellung
Bilder machen Leute
Eine Führung für Menschen mit Demenz und ihre Begleitung
Mi, 23. Sep, 14 Uhr,
Meeting Point im Foyer
Nach einem Kennenlernen bei Challa und Kaffee besucht die Gruppe den Ausstellungsraum Bilder machen Leute und betrachtet gemeinsam drei Gemälde aus dem 19. Jahrhundert.
Silke Helmerdig, Baudokumentation des Jüdischen Museums Berlin, 26.5.1995;
Gestaltung: buerominimal
Ausstellung
Between the Lines
Daniel Libeskind und das Jüdische Museum Berlin
bis 1. Nov 2026, JMB, Libeskind-Bau EG, Eric F. Ross Galerie
Die Schau Between the Lines. Daniel Libeskind und das Jüdische Museum Berlin würdigt Daniel Libeskinds 80. Geburtstag und markiert zugleich das 25‑jährige Jubiläum des Jüdischen Museum Berlin im ikonischen Neubau.
Der in Polen geborene US‑Architekt gewann 1989 den Wettbewerb für den Erweiterungsbau des Berlin Museums und schuf mit seinem Entwurf erstmals eine architektonische Übersetzung des Zivilisationsbruchs des Holocausts. Damit reichte sein Entwurf weit über die ursprüngliche Bauaufgabe hinaus und beeinflusste die deutsche Erinnerungskultur maßgeblich.
Die Ausstellung beleuchtet Libeskinds konzeptionelle Arbeit, seine Inspirationen und seinen Dialog mit der deutschen und insbesondere jüdischen Berliner Kulturgeschichte. Zeichnungen, Modelle und zeitgenössische Diskurse führen zurück in die Wende‑ und Nachwendezeit und zeigen die Entstehung eines der einflussreichsten Museumsbauten der Gegenwart. Die Exponate stammen aus der Sammlung des JMB, ergänzt durch Leihgaben und Schenkungen des Architekten.
Ermöglicht durch DIE FREUNDE DES JMB, Medienpartner Radio 3
Blick in die Installation Visual Prayer von Hagit Hollander-Shimoni, 2009;
Hagit Hollander-Shimoni, Foto: Yves Sucksdorff
Daueraussstellung
Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland
Die Dauerausstellung Jüdische Geschichte und Gegenwart erzählt auf 3.500 Quadratmetern die 1.700-jährige Geschichte der Juden in Deutschland. Jüdische Gemeinschaften waren stets eng mit ihrer Umgebung verflochten – vom Mittelalter bis heute. Vielstimmig und interaktiv thematisiert die Ausstellung Zugehörigkeit und Ausgrenzung in ihren unterschiedlichen historischen Ausprägungen, von nachbarschaftlichem Zusammenleben bis zu Gewalt. Der Rundgang wechselt zwischen historischen Epochen und jüdischen Themen jenseits geografischer und zeitlicher Grenzen: Was ist im Judentum heilig? Was bedeutet der Schabbat? Acht thematische Inseln laden Besucher*innen ein, sich mit allen Sinnen in jüdische Kultur und Religion zu vertiefen.
ANOHA – Die Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin, Foto: Yves Sucksdorff
Ort für Kinder
ANOHA – Die Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin
ANOHA – Die Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin lädt Kinder im Kita- und Grundschulalter zum Entdecken, Ausprobieren und Spielen ein. ANOHA nimmt die Erzählung der Arche Noah aus der Tora als Ausgangspunkt für eine Reise in die Zukunft. Im Zentrum der Kinderwelt stehen eine riesige Arche aus Holz, 150 verschiedene Tierskulpturen – und die Kinder selbst. Sie sind eingeladen, an Bord zu gehen und mit ihrer Fantasie die Geschichte der Arche Noah neu lebendig werden zu lassen. Wie wollen wir gemeinsam auf dieser Erde leben? Wie kann ein respektvolles Miteinander von Mensch, Tier und Natur gelingen? ANOHA ermutigt Kinder, eigene Visionen zu entwickeln – inspiriert vom jüdischen Konzept „Tikkun Olam“, das jeden Einzelnen auffordert, die Welt ein Stück besser zu machen.
Öffentliche Führungen für Erwachsene sonntags, 14:45–15:45 Uhr