Berühmte Wissenschaftler
Der Mann von dem ich erzählen will ist weltweit bekannt.
Geboren wurde er 1845 im Bergischen Land.
Er war sein Leben lang ein bescheidener Mensch.
In Zürich lernte er die Tochter eines Gastwirtes kennen. Bald heirateten beide und trotz Kinderwunsch , wurde er ihnen vom Schicksal nicht erfüllt.
Er war Wissenschaftler, dessen Verdienst so gering war, dass seine Frau Blumensamen verkaufte, um ein bescheidenes Zubrot zu erwerben.
Bald war er als Physiker an der Universität Würzberg tätig.
1895 machte er im abgedunkelten Labor bei einem Versuch mit der Hittorfschen Röhre (einer Vakuumröhre) eine Entdeckung. Es trat eine Fluoreszenz außerhalb der Röhre auf, die ihm zu diesem Zeitpunkt nicht erklärlich war.
Nun forschte und experimentierte er viele Wochen. Er aß und schlief im Labor, bis er entdeckte, dass das Phänomen eine neue Strahlung ist.
Er nannte sie X-Strahlen – so werden sie in vielen Teilen der Welt auch heute genannt.
Im deutschsprachigen Raum werden sie nach seinem Namen Röntgenstrahlen genannt.
Wilhelm Conrad Röntgens Weg war bis zur Berühmtheit, wie erwähnt, bescheiden. Er hatte auch nie das Abitur abgelegt.
Für seine Entdeckung erhielt der, nun über Nacht bekannte, Wissenschaftler 1901 den Nobelpreis für Physik.
Von nun an ging bis heute der Siegeszeug dieser Strahlen um die Welt.
Die erste Röntgenaufnahme machte er von der Hand seiner Frau mit einer Belichtungszeit von 15-20 Minuten.
Als Berta Röntgen das Bild sah, war sie entsetzt. Wie war es möglich, dass sie ihre eigenen Knochen sehen konnte? Erschreckt soll sie gesagt haben: „Ich habe meinen Tod gesehen.“
Auch blühte nun das Geschäft mit der neuen Strahlung. Es kam in Mode einen Röntgenröhre zu haben und sogenannte Röntgenpartys zu feiern. Wenn die Strahlung erzeugt wurde, konnten sich die Gäste als Knochenmensch sehen.
An den Wohnungstüren ließen sich wohlhabende Leute eine Röntgenröhre installieren die den potentiellen Einbrechern durchleuchten sollte.
Theateraufführungen kamen in Mode.
Alles so lange, bis entdeckt wurde , welche gesundheitlichen Schäden eintraten.
Bis in die 1960iger Jahre gab es in vielen deutschen Schuhgeschäften das sogenannte Schuhröntgen. Angewandt meist bei Kindern, um die ideale Schuhgröße zu sehen und dementsprechende Schuhe zu kaufen.
Wilhelm Conrad Röntgen starb 1923 an Darmkrebs. Er wurde im Familiengrab auf dem Alten Friedhof in Gießen beigesetzt.

Sabine Penckwitt für kulturinfo-lippe




