CARRIE YAMAOKA
Maria Lassnig Preis
21. August 2026 bis 10. Januar 2027
Eröffnung: Donnerstag, 20. August 2026, um 19 Uhr
Die Hamburger Kunsthalle zeigt erstmalig in Deutschland eine Einzelausstellung der Künstlerin Carrie Yamaoka (*1957). Die Präsentation im Lichthof der Galerie der Gegenwart findet anlässlich der Auszeichnung der in New York lebenden, multidisziplinär arbeitenden Künstlerin mit dem Maria Lassnig Preis 2025 statt. In ihrer künstlerischen Arbeit interessiert sich Yamaoka für veränderliche Materialien und Oberflächen, oft kombiniert sie beispielsweise Fotografie mit Texttafeln und spiegelnden Bildträgern. Außerdem spielen chemische Prozesse und flüchtige Transformationen eine wichtige Rolle in ihrem Werk und hinterfragen die Möglichkeiten von Aufzeichnung und Dokumentation. Mitunter verändert die Künstlerin ihre früheren Arbeiten nach einigen Jahren erneut und stellt damit Vorgaben hinsichtlich der chronologischen Entwicklung eines künstlerischen OEuvres infrage. Die spiegelnden Oberflächen der zwischen Bild, Fotografie und Skulptur changierenden Werke lassen Raum, Licht und Betrachtende in sich stetig ändernden Perspektiven und Erscheinungsformen ineinanderfließen.
Carrie Yamaoka wurde im US-Bundesstaat New York geboren und wuchs zum Teil in Japan auf. Sie ist Mitglied des queeren Kunstkollektivs fierce pussy, das sie Anfang der 1990er-Jahre mitbegründete (gemeinsam mit Joy Episalla, Zoe Leonard und Nancy Brooks Brody †). Das bis heute aktive Kollektiv entstand inmitten der Aids-Epidemie und der politischen Mobilisierung für die Rechte der LGBTQI+- Community.
Die Maria Lassnig Stiftung vergibt alle zwei Jahre einen mit 50.000 Euro dotierten Preis, der Künstler*innen in der Mitte ihrer Laufbahn würdigen soll, die mehr Anerkennung für ihren Beitrag zur Kunst verdienen. Der Preis wurde von der 2014 verstorbenen Malerin noch selbst angedacht und 2017 erstmals verliehen. Er ist mit einer Einzelausstellung in einer renommierten Institution verbunden. Frühere
Gewinner*innen des Maria Lassnig Preises sind Lubaina Himid (2023, UCCA Peking), Atta Kwami (2021, Serpentine Galleries, London), Sheela Gowda (2019, Lenbachhaus München) und Cathy Wilkes (2017, MoMA PS1, New York). Zur Jury des Maria Lassnig Preises 2025 gehörten Peter Pakesch (Vorstand Maria Lassnig Stiftung), Alexander Klar (Direktor Hamburger Kunsthalle), Hans Ulrich
Obrist (Künstlerischer Leiter Serpentine Galleries), Matthias Mühling (Direktor Städtische Galerie im Lenbachhaus, München), Rosa Barba (Künstlerin), Brigitte Kölle (Leitung & Ausstellungskuratorin Kunst der Gegenwart, Hamburger Kunsthalle)
und Corinne Diserens (Leitung & Ausstellungskuratorin Kunst der Gegenwart, Hamburger Kunsthalle).
Titelfoto:
Carrie Yamaoka (*1957)
68 by 12 (green) redux, 2009/2025
Gegossenes, flexibles Urethanharz,
reflektierende Polyesterfolie und
Mischtechnik, Abmessungen variabel
© Courtesy the artist, Commonwealth
and Council (LA), Kiang Malingue
(HK/NYC) and Ulterior Gallery (NYC)
Foto: Carrie Yamaoka
Noch bis 30. August 2026 ist die große Doppelschau Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss n der Galerie der Gegenwart zu sehen. Sie vereint erstmals Werke der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig (1919–2014) und des norwegischen Malers Edvard Munch (1863–1944). Ergänzt wird die knapp 200 Werke umfassende Schau durch Leihgaben der Partner Maria Lassnig Stiftung, Kunsthaus Zürich und Munchmuseet in Oslo sowie Werke weiterer internationaler Museen und Privatsammlungen.
Sonderveranstaltungen zur Ausstellung:
Freitag, 21. August 2026, um 11 Uhr (in englischer Sprache, Dauer: 90 Min.)
Artist Talk mit Carrie Yamaoka
Teilnahme: im Museumseintritt enthalten
Ort: Veranstaltungsraum in der Galerie der Gegenwart
Freitag, 4. September 2026, um 11 Uhr (Dauer: 45 Min.)
Kurator*innenführung mit Assistenzkuratorin Michelle Adler
Teilnahme: 0 Euro zzgl. Museumseintritt / Tickets im Vorverkauf erhältlich
Treffpunkt: Foyer Galerie der Gegenwart
Im Rahmen der Hamburg Art Week
Kuratorin: Dr. Brigitte Kölle (Leitung & Ausstellungskuratorin Kunst der Gegenwart)
Assistenzkuratorin: Michelle Adler




