Im ersten Licht
Norbert Gstrein
Ein Axthieb seines Vaters macht Adrian, geboren 1901, für den Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg untauglich. Aber wer ist dieser Mann, der von nun an so sehnsüchtig durch sein Jahrhundert hinkt und am Ende vergeblich auf den Besuch eines Autors wartet, der seine Geschichte aufschreiben könnte? Adrian erlebt den Kaiser, den «Führer» und einen Herrn Bundespräsidenten ohne Erinnerung und sitzt schließlich unter dem Bild eines Engels und blickt auf sein Leben zurück.
Adrian sieht zweimal seine Welt untergehen und hat zweimal mit jungen Männern zu tun, die weniger Glück haben als er und versehrt aus dem Krieg zurückkommen.
Dringlicher und kühner mit gewundenen, durchrhythmisierten und stets wohlklingenden Sätzen, die etwas verführerisches Einlullendes haben, lässt sich von Krieg und Frieden kaum erzählen, vom Wert der eigenen Biografie und von der unverhofften Liebesgeschichte eines Mannes, der zu allem erzogen wurde, bloß nicht zum Lieben.
« Dieser störrisch, zärtliche Mensch mit seinem eigenwilligen Leben ist das Wunder dieses überwältigenden Romans»
Norbert Gstrein wurde 1961 in Tirol geboren und lebt heute in der Nähe der dänischen Grenze . 2022, nach dem Abschluss einer Trilogie, für deren ersten Teil „Als ich jung war“ Gstrein mit dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichnet wurde, hatte der Österreicher eigentlich eine Schreibpause angekündigt. Doch auch in dieser Hinsicht darf man Gstrein nicht trauen. Mit „Im ersten Licht“ erscheint nun ein 400-Seiten-Roman, der um Schuld oder Unschuld geht in Zeiten des Krieges und danach.





