Zehn Jahre „Balu und Du“ am Gymnasium Leopoldinum
Bürgermeister Frank Hilker ehrt engagierte Mentorinnen
Detmold. Ein Jahrzehnt gelebte Gemeinschaft und emotionale Begegnungen: Das Mentoring Programm „Balu und Du“ feiert am Gymnasium Leopoldinum sein zehnjähriges Bestehen. Zum Jubiläum hat Detmolds Bürgermeister Frank Hilker jetzt sechs engagierte junge Frauen ausgezeichnet. Sie haben im vergangenen Schuljahr als Ehrenamtliche jeweils ein Grundschulkind begleitet. Insgesamt sind in den vergangenen zehn Jahren rund 80 erfolgreiche „Balu-Mogli
Tandems“ entstanden.
Das Prinzip beruht auf dem Kinderbuchklassiker Das Dschungelbuch: Ältere Jugendliche („Balus“) schenken Grundschulkindern („Moglis“) einmal in der Woche Zeit, Aufmerksamkeit und ein offenes Ohr. Das stärkt die Entwicklung der Kleinen und lässt auch die Jugendlichen an ihren Aufgaben wachsen. Die nachhaltig positive Wirkung dieser Begegnungen ist wissenschaftlich belegt.
Bürgermeister Frank Hilker zeigte sich begeistert von dem anhaltenden Erfolg des Projekts und betonte, dass dies eine Idee sei, die man auf viele Bereiche unserer Gesellschaft übertragen könnte. Auch Karsten Bleumer, der das Projekt von Seiten des Gymnasiums Leopoldinum betreut, beschreibt die jährliche Ehrung als echten „Energie-Termin“ für alle Beteiligten – von den Schülerinnen über die Lehrkräfte bis hin zu den Organisierenden der Bürgerstiftung Det
mold. Man führe hier keine theoretischen Diskussionen, sondern höre viele praktische und berührende Beispiele direkt aus dem Lebensalltag.
Für die beteiligten Jugendlichen bringt das Projekt unvergessliche Erlebnisse, aber auch wertvolle Lebenserfahrung mit sich. Sie bieten den Grundschulkindern unbezahlbare „Quality Time“ und öffnen Türen zu neuen Lebenswelten – oft für Kinder, die in ihrem Alltag sonst nur wenige besondere Highlights erleben. Wie tiefgreifend die Eindrücke sind, spiegeln die Rückmeldungen der diesjährigen Schülerinnen wider. Eine Schülerin berichtete erfreut, wie glücklich ihr Mogli war, eine neue Freundin gefunden zu haben. Eine andere hob hervor, dass die Aufgabe zwar manchmal herausfordernd war, es jedoch wunderschön zu sehen war, wie sie das Kind allein mit ihrer Anwesenheit glücklich machen konnte.
Auch die Nähe zu den Familien hinterlässt Eindruck: Manchmal irritiert es die Eltern der Moglis zu Beginn etwas, weil die Jugendlichen Einblick in das Privatleben bekommen, doch schnell entsteht Vertrauen. Ein besonderes Highlight im Jubiläumsjahr war zudem die Freundschaft zweier Schülerinnen, deren Tandems so gestaltet wurden, dass sich schließlich auch die bei den betreuten Kinder untereinander angefreundet haben.
Für die Bürgerstiftung Detmold ist „Balu und Du“ eine große Erfolgsstory: „Dieses Projekt zahlt auf ganz verschiedene Arten auf die Ziele unserer Stiftung ein. Aber vor allem ist es für die ,Balus‘ und für die ,Moglis‘ eine enorm wertvolle Erfahrung. Man darf also absolut von einer „Win-Win-Win-Situation‘ sprechen“, erklärt Maik Huebner vom Vorstand der Bürgerstiftung.
Im kommenden Schuljahr wird erstmals ein ehemaliges Mogli-Kind selbst als großer „Balu“ ein steigen, um die positive Erfahrung, die es einst erfahren hat, an die nächste Generation weiterzugeben.
Über das Programm „Balu und Du“: „Balu und Du“ ist ein bundesweites Mentoring-Programm, das Grundschulkinder im außerschulischen Bereich fördert. Junge Menschen übernehmen eh renamtlich eine Patenschaft und begleiten ein Kind mindestens ein Jahr lang durch wöchentliche gemeinsame Aktivitäten.
Bildunterzeile: Das Projekt „Balu und Du“ ist auch im zehnten Projektjahr eine Erfolgsge
schichte. Das Foto zeigt (von links) Hannah Will, Lilia Borsetzky, Uwe Finnern (Geschäftsführer
der Bürgerstiftung), Süeda Ucar, Bürgermeister Frank Hilker, Michelle Voigt, Lehrer Karsten
Bleumer, Aliana Völker, Maik Huebner (Vorstand Bürgerstiftung), Lehrerin Rocio Hurtado
Stührenberg, Alisa Delovec und Natali Sudermann (Projekt-Koordinatorin der Bürgerstif
tung). Foto: Stadt Detmold




