Quartier Hornsches Tor: Neugestaltung beginnt nach den Ferien – Fertigstellung ist für Ende 2028 vorgesehen
Zuerst wird das Parkhaus gebaut, dann folgen zeitgleich Geschäftshaus und Nahversorger mit aufgesetztem Hotel
Detmold. Eines der wegweisendsten städtebaulichen Zukunftsprojekte Detmolds nimmt schon in Kürze sichtbar Gestalt an: Die umfassenden Bauarbeiten zur Realisierung des neuen innerstädtischen „Quartiers „Hornsches Tor“ beginnen nach den Sommerferien. Auf dem Gelände am südlichen Eingang zur Altstadt entsteht in den kommenden zweieinhalb Jahren bis Ende 2028 ein lebendiges, gemischtes Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität, modernem Einzelhandel, aktueller Hotellerie, zeitgemäßem Parkraum und urbanem Wohnen.
Dabei beschreitet die Stadt Detmold nun bewusst einen proaktiven Weg: Das Projekt wird über die städtische Tochter Detmolder Stadtentwicklungsgesellschaft weitgehend in Eigenre-gie entwickelt. Nachdem das Areal jahrelang im Besitz inaktiver internationaler Finanzfonds war und städtebaulich stagnierte, kaufte die Stadt das Gelände ab 2020 mit der strategischen Absicht der Neuentwicklung auf. Gebaut wird nun in enger Partnerschaft mit der LIST-Gruppe als verlässlichem Totalunternehmer. Damit verzahnt diese Variation des „Detmolder Modells“ die Agilität der Privatwirtschaft mit dem gemeinwohlorientierten Gestaltungsanspruch der Kommune.

Ein mutiger Schritt, der bereits vom Einzelhandelsverband NRW als herausragendes Best-Practice-Beispiel für moderne Stadtentwicklung gewürdigt wurde. „Mit dem aktiven Ankauf und der eigenständigen Entwicklung des Hornschen Tors überlassen wir das Herz unserer südlichen Innenstadt nicht anonymen Finanzmärkten, sondern nehmen die Gestaltung unserer Zukunft selbst in die Hand. Bis Ende 2028 entsteht hier ein lebendiger, bürgernaher Magnet, der Detmold weit über die Stadtgrenzen hinaus stärken wird“, ist Detmolds Bürgermeister Frank Hilker überzeugt.
Die Bürgerinnen und Bürger dürfen sich auf wegweisende Neuerungen freuen, die auf einer Gesamtfläche von etwa 10.000 Quadratmetern Platz finden werden: Als Ankermieter des neuen Geschäftshauses an der Langen Straße zieht das Modehaus Klingemann (mit Stammsitz in Höxter) auf mehr als 3.200 Quadratmetern Verkaufsfläche ein. Hinzu kommen moderne Bü-roflächen, zentraler Wohnraum in Form von zehn Wohnungen (in Größen zwischen 50 und 90 Quadratmetern Wohnfläche) sowie eine Rooftop-Bar mit Panoramablick über das Schloss und den Teutoburger Wald mit dem Hermannsdenkmal. In Richtung Leopoldstraße entsteht im Erdgeschoss ein moderner Lebensmittel-Nahversorger (Edeka), darauf aufbauend wird ein Hotel (B&B) mit rund 120 Zimmern errichtet. Dieses Baulos entwickelt die Stadt in einer neuen, gemeinsamen Gesellschaft mit der Sander Immobilien Gruppe aus Detmold.
„Die bauliche Umsetzung des Großprojekts ist ein logistisches und infrastrukturelles Meisterstück. Wir starten bewusst mit dem Bau des modernen Parkhauses als technischem Dreh- und Angelpunkt der Gesamtmaßnahme. Gleichzeitig ertüchtigen wir die Hornsche Straße vierspurig, um Verkehrsströme von Pkw, Bussen und Radfahrenden zukunftssicher abzubilden. Trotz zeitweiser unvermeidbarer Sperrungen werden wir fortlaufend alle Prozesse optimieren, damit die Beeinträchtigungen für Anliegende, Bürgerinnen und Bürger so gering wie möglich bleiben“, verspricht Thomas Lammering, Technischer Beigeordneter der Stadt Detmold.
Thorsten Paulussen, Dritter Beigeordneter der Stadt Detmold und Leiter der Stadtentwicklung, beleuchtet die klimatische Relevanz des Bauvorhabens: „Wir reagieren aktiv auf die Hitze-Hotspots im Asphaltgürtel: Wo baubedingt und aufgrund des begrenzten Platzes keine Straßenbäume möglich sind, schaffen wir grüne Lungen durch begrünte Fassaden, ökologische Gründächer und verbauen zum ersten Mal bundesweit den innovativen, wasserdurchlässigen Klima-Aktivstein. Damit und mit unterirdischen Zisternen, die das Regenwasser nutzbar halten, zeigen wir, wie klimaresiliente Innenstadt heute funktioniert.“
Die Fertigstellung des Gesamtquartiers ist für Ende 2028 geplant. Die unvermeidbare Sperrung der Hornschen Straße wird durch Umleitungen, ein intelligentes Baustellenmanagement und kostenfreien Ersatzparkraum – zum Beispiel auf dem Großparkplatz Werrebogen und am Wochenende mit Ausweichparkplätzen hinter der Sparkasse – bestmöglich aufgefangen.
Konkret starten die Bauarbeiten nach den Sommerferien Anfang September mit der Umschichtung des Recyclingmaterials, das seit dem Abriss der früheren Galerie Hornsches Tor und dem ehemals benachbarten Parkhaus an der Baugrube verblieben ist und nun in das Fun-dament der drei neuen Gebäude eingearbeitet wird. Zur Vollsperrung der Hornschen Straße kommt es dann nach der Andreasmesse Anfang Dezember für die Dauer von etwa einem Jahr. Danach soll die Straße für ein weiteres Jahr einspurig in Richtung Spork-Eichholz befahrbar sein. Während der Radverkehr während der gesamten Bauzeit über die Gartenstraße und die Exterstraße umgeleitet wird, können Fußgänger durch einen überbauten „Löwengang“ passieren und gleichzeitig über Gucklöcher am Baufortschritt teilhaben. Ein besonderer Fokus liegt auf einer modernen, bürgerfreundlichen Baustellenkommunikation. Unter der Adresse baustelleninfo.com steht ab sofort ein zentrales Informationsportal zur Verfügung. Neben aktuellen Baufortschritten und Verkehrsführungen bietet die Plattform ein in Deutschland bislang einmaliges Feature: Bürgerinnen und Bürger können einen vollständig individualisierten Berufsverkehrsticker abonnieren. Dieser liefert maßgeschneiderte, datenbasierte Empfehlungen für den schnellsten Weg zur Arbeit beziehungsweise zum Ziel – ein echter digitaler Mehrwert während der Bauphase.

Bildunterzeilen
(Visualisierungen 1 und 2: Duprée Architekten, Visualisierung: 3 Sander Architekten)
Visualisierung 1: Ansicht aus Richtung Allee auf den neuen Gebäudekomplex, in den das Tex-tilhaus Klingemann einzieht.
Visualisierung 2: Ausblick von der Terrasse der Rooftop-Bar.
Visualisierung 3: Der Gebäudekomplex mit Edeka und B&B-Hotel mit der davor links liegenden Einfahrt zum Parkhaus.äudekomplex mit Edeka und B&B-Hotel mit der davor links liegenden Einfahrt zum Parkhaus.




