«In jeder Aufführung muss das Werk neu geboren werden».
Dieser Ausspruch von Gustav Mahler, der sich auch oft verbal zur Musik geäußert hat, passt ganz besonders zu diesem ersten Konzert der Sommerkonzerte 2026 im Schloss Barntrup. Denn es war ein ganz besonderes.
«Einer solchen Geburt im Rittersaal von Schloss Barntrup beizuwohnen, hinterlässt tiefe Eindrücke. Der besondere Raumklang des Saals lässt sich jeden Sommer bei drei Konzerten klassischer Musik erleben. Fast ohne weitere künstliche Beleuchtung bieten die Fenster mit dem Blick auf das sommerliche Grün im Park eine Bühne für die Interpreten. Seit 2022 finden die Aufführungen statt. Und sie sind immer wieder eine Überraschung für das Publikum.
Die Konzerte werden in Kooperation der Stiftung Schloss Barntrup mit der Hochschule für Musik Detmold organisiert. Hierfür bewerben sich in Ausbildung befindliche Solisten und Ensembles und beweisen ein ums andere Mal ihre unglaublichen Begabungen». Nun schon zum vierten Mal fand die sommerliche Konzertreihe auf Einladung der Familie von Kerssenbrock – Krosigk statt und sorgt damit immer wieder für überraschende Begegnungen mit der Musik.
Die Cellistin Emilija Mladenovic und Roman Balatel am Akkordeon bewiesen wieder einmal, das wir uns keine Sorgen um den musikalischen Nachwuchs machen brauchen. Brachte das Duo uns Musik von Bach bis Piazolla in meisterlicher Manie nahe, das es eine Freude war und noch dazu bei dieser hervorragenden Akustik, die der Rittersaal mit seinem vielen Holzanteil zu bieten hat. Eingestimmt auf einen besonderen Nachmittag wurden wir mit Edgar Elgars Evergreen «Salut d`amour». Ein wahrer Sommergruß des Duos. Dann kam das 18. Jahrhundert mit Johann Sebastian Bachs G- Dur Suite, ursprünglich nur für Violoncello komponiert. Das Arrangement mit dem Akkordeon gab der Bachschen Musik eine ganz besondere Note, die die beiden Spielenden mit viel Spielfreude dem Publikum darbrachten. Beeindruckend waren die Rumänischen Volkstänze von Béla Bartók, die die beiden Solisten im temperamentvollen, leidenschaftlichem Spiel dem Publikum kredenzten. Zum Abschluss wurde es Südamerikanisch mit der Tangomusik von Alfred Schnittke und Astor Piazolla. Sehr gut waren auch die Erklärungen der Stücke, die beide Künstler dem Publikum gaben, das mit großem Applaus und mit Begeisterung den Künstlern dankte.
Dieser Nachmittag war wieder einmal ein Fest für die Sinne, der beim anschließenden Imbiss mit Wein, Wildpaté und Käsehäppchen im Schlosspark seinen festlichen Abschluss fand.
Die serbische Cellistin Emilija Mladenović (geb. 1999) erlernte ihr Instrument bereits im frühen Kindesalter. Als Jahrgangsbeste schloss sie die Musikschule und das Musikgymnasium in Belgrad in der Klasse ihres Vaters, Prof. Milutin Mladenović, ab. Derzeit studiert sie im Masterstudiengang „Soloist“ an der Hochschule für Musik Detmold bei Prof. Alexander Gebert, nachdem sie dort zuvor ihr Bachelorstudium bei Prof. Xenia Jankovic und Prof. Alexander Gebert absolviert hat. Sie war Stipendiatin der Sibylle-und-Hannes-Franck-Stiftung, ist dreifache Deutschlandstipendiatin und erhielt den DAAD-Preis für Internationale Studierende. Emilija Mladenović ist als Solistin und Kammermusikerin vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem 2. Preis beim Detmolder Auryn Wettbewerb 2022. Solo-Konzertauftritte führten sie nach Zürich, Ljubljana, Ettal, Bückeburg, Eisleben, Detmold, Artern, Köln und Belgrad. 2023–2025 war sie Akademistin der Deutschen Oper Berlin. Zuvor sammelte sie prägende Orchestererfahrungen, u.a. im Gustav Mahler Jugendorchester, bei der European Philharmonic of Switzerland, den Tiroler Festspielen Erl und, als Solo-Cellistin, in der Deutsch-Skandinavischen Jugend-Philharmonie und dem Orquestra Vigo 430.







