Finger weg
Ein Jungendbuch von Susanne Fülscher.
Sie schrieb es schon vor Jahren, aber dieses Thema lässt an Aktualität nicht nach.
Lisa hat gerade ihr Abitur erfolgreich bestanden und kann ein Praktikum bei dem Filmproduzenten Maxime Leon absolvieren. Ein Traum also, worum sie jede Freundin beneidet.
Nach einiger Zeit sind Maximes Berührungen im Vorbeigehen oder zufälligen Zusammentreffen deutlich an den Stellen, wo sie nicht berührt werden möchte.
Anfangs war Lisa unsicher, ob es Zufall war oder nicht.
Nach Wochen war klar, Maxime war darauf aus sie zu berühren und zu erkunden, wie weit er gehen könnte.
Susanne Fülscher beschreibt Lisas Situation treffend. Nicht nur den Ekel den sie empfindet, sondern auch ihre Sorge, wie sie das Praktikum schaffen könnte.
Was jede Frau, jedes junge Mädchen erleben kann sind zunächst, je nach Niveau, verbale Äußerungen. Schon diese sind nicht harmlos oder gar lustig!
Jede Frau reagiert anders, je nach ihrer Persönlichkeit.
Die stillen empfindsamen lassen das Geschehen über sich ergehen und können nicht darüber reden. Es passiert immer wieder. Die starken haben die Chance zu entkommen.
Zwischen sexueller Belästigung und Gewaltanwendung ist nur ein kleiner Schritt.
Finger weg von mir, meinem Körper, meiner Seele!
Die #MeToo Bewegung seit 2017 hat viel bewirkt, erfuhr allerdings auch Kritik hinsichtlich von Vorverurteilungen und der Festlegung von Frauen als Opfer.
Wie es für Lisa ausgeht? Das verrate ich nicht. Susanne Fülscher, Carlsen-Verlag, 6,99 €.
Sabine Penckwitt für kulturinfo-lippe.de




