Grenzenlose Klangwelten im fünften Symphoniekonzert der Bielefelder Philharmoniker am
13. und 15. Februar in der Rudolf-Oetker-Halle
Ein russischer Klangmagier auf der Suche nach dem Exotischen, ein ukrainischer Grenzgänger zwischen Jazz und Klassik und ein Komponist, dessen letztes Werk bis heute von Mythen umrankt ist: Das fünfte Symphoniekonzert widmet sich Künstlerpersönlichkeiten, die musikalische Grenzen überschritten und neue Räume eröffnet haben.
Mit dem farbenprächtigen Capriccio espagnol op. 34 von Nikolai A. Rimski-Korsakow eröffnet das Konzert einen schillernden Kosmos orchestraler Brillanz. Inspiriert von spanischen Volksmelodien entwirft der Komponist kein folkloristisch »authentisches« Spanien, sondern ein Klangbild der Vorstellungskraft: pulsierend, temperamentvoll, leuchtend. Das Werk gilt bis heute als Musterbeispiel meisterhafter Instrumentation und lässt das Orchester selbst zum
virtuosen Protagonisten werden. Im Zentrum des Abends steht das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 op. 72 von Nikolai Kapustin, einem der
faszinierendsten Grenzgänger des 20. Jahrhunderts. Kapustin, 1937 in der Ostukraine geboren, verband die formale Strenge klassischer Komposition mit der rhythmischen Freiheit und Harmonik des Jazz. Sein fünftes Klavierkonzert ist ein Paradebeispiel dieses Stils: vollständig durchkomponiert und doch voller Swing, Energie und scheinbarer Spontanität.
Nostalgische Anklänge an Rachmaninow treffen hier ebenso auf jazzige Lässigkeit im Geiste Gershwins. Solist des Abends ist Frank Dupree, einer der wichtigsten Fürsprecher Kapustins in Deutschland, der erstmals bei den Bielefelder Philharmonikern zu Gast ist. Den Abschluss bildet Pjotr I. Tschaikowskys Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 74, die sogenannte Pathétique. Kaum ein Werk der Symphonik ist so stark von Deutungen, Legenden und biografischen Spekulationen begleitet. Entgegen der häufig kolportierten Lesart eines musikalischen Abschieds vom Leben war Tschaikowsky während der Arbeit an
der Symphonie voller Schaffenskraft und Zukunftspläne. Dennoch ist die Sechste ein zutiefst persönliches Werk, geprägt von existenzieller Tiefe, subjektiver Erzählhaltung und einem radikal neuen symphonischen Schluss: kein triumphales Finale, sondern ein leises Verlöschen. Tschaikowsky selbst hielt die Symphonie für das »aufrichtigste« und beste seiner Werke.
So spannt das Konzert einen Bogen über Epochen und Ästhetiken hinweg – von orchestraler Farbenpracht über genreübergreifende Moderne bis hin zu symphonischer Innerlichkeit. »grenzenlos« beschreibt dabei nicht nur geografische Bezüge, sondern vor allem eine künstlerische Haltung: Musik als Raum der Begegnung, Bewegung und Erneuerung.
Karten für die Konzerte am Freitag, den 13. Februar um 20 Uhr, sowie am Sonntag, den 15. Januar um 11 Uhr sind zwischen 34,00 € (ermäßigt 17,00 €) und 41,00 € (ermäßigt 20,50 €) an der Theater- und Konzertkasse (Altstädter Kirchstraße 14, Tel.: 0521 51-5454) oder online unter www.bielefelder-philharmoniker.de erhältlich.
Eine Einführung mit Insa Pijanka findet 45 Minuten vor Konzertbeginn im Kleinen Saal statt.




