Musikschulen und Musikhochschulen rücken enger zusammen
Vernetzungsinitiative #patenschaftaufohrenhöhe wächst weiter
Die Vernetzungsinitiative #patenschaftaufohrenhöhe wächst weiter: Nach dem Detmolder Jungstudierenden-Institut (DJI) der Hochschule für
Musik Detmold beteiligen sich nun auch die Frühförderzentren der Folkwang Universität der Künste Essen sowie der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Gemeinsam bauen die beteiligten Institutionen ein Netzwerk auf, das junge musikalische Talente frühzeitig dort erreicht, wo ihre Entwicklung beginnt – in den Musikschulen Nordrhein-Westfalens.
Entstanden ist die Initiative 2024 aus dem direkten Austausch zwischen Prof. Piotr Oczkowski, Leiter des Detmolder Jungstudierenden-Instituts, und Judith Lenz, Musikschullehrerin und damalige Elternbeirätin der hochschuleigenen Frühförderung. Unterstützt durch den Verein zur Förderung Detmolder Jungstudierender entwickelten sie ein Patenschaftsmodell, das Studierende der Musikhochschulen mit Musikschülerinnen und Musikschülern verbindet. Erste Pilotkooperationen mit den Musikschulen Leichlingen und Hamm zeigten schnell, wie tragfähig dieses Konzept ist, und gaben der Initiative entscheidenden Impuls. Im Mittelpunkt stehen persönliche Patenschaften: Studierende begleiten Musikschülerinnen und Musikschüler über einen längeren Zeitraum und ermöglichen ihnen Einblicke in den Hochschulalltag, etwa durch Probenbesuche, Workshops oder Meisterkurse. Kinder und Jugendliche erleben so frühzeitig, wie vielfältig und lebendig ein Musikstudium sein kann, und begegnen Gleichaltrigen mit ähnlichen Interessen. Gleichzeitig sammeln die Studierenden wertvolle pädagogische Erfahrungen, hospitieren im Musikschulunterricht und übernehmen erste eigene Vermittlungsaufgaben. Der Austausch erfolgt bewusst auf Augenhöhe – unmittelbar, persönlich und praxisnah. Damit greift die Initiative zentrale Erkenntnisse der MIKADO-Studie auf, die die Bedeutung früher musikalischer Bildung, klarer Bildungsübergänge und qualifizierter Lehrkräfte für die nachhaltige Entwicklung des Musiklebens hervorhebt. Zugleich verweist die Studie auf den wachsenden Bedarf an musikpädagogischem Nachwuchs. #patenschaftaufohrenhöhe setzt hier an, indem die Nachwuchsgewinnung für musikpädagogische Berufe frühzeitig verankert und eng mit den Ausbildungsstätten verzahnt wird. Die Initiative macht Bildungswege sichtbar und erleichtert den Zugang zum Musikstudium für die Generation, die künftig mit einem zunehmenden Fachkräftemangel im musikpädagogischen Bereich konfrontiert sein wird.
Die Zusammenarbeit bringt Musikschulen und Musikhochschulen systematisch näher zusammen. Hochschulen öffnen ihre Proben, Workshops und Meisterkurse, während Musikschulen Studierenden Auftrittsmöglichkeiten, Hospitationen und Einblicke in den Unterrichtsalltag bieten. Dieser institutionelle Austausch stärkt beide Seiten und schafft transparente Übergänge von der frühen Förderung bis hin zum Studium.
Begleitet wird die Entwicklung auch vom Landesverband der Musikschulen NRW (LVdM), dessen Arbeit durch die Initiative sinnvoll ergänzt wird und der die gemeinsame Verantwortung für eine zukunftsfähige musikalische Bildungslandschaft unterstreicht.
Mit dem Beitritt der Frühförderzentren aus Essen und Düsseldorf erschließt #patenschaftaufohrenhöhe neue Synergien und Förderperspektiven. Ziel ist es, die Zusammenarbeit langfristig in ganz Nordrhein-Westfalen zu verankern und perspektivisch bundesweit auszubauen. Weitere Musikschulen, Hochschulen und Unterstützer sind ausdrücklich eingeladen, sich zu beteiligen.




