Ausstellung | Lenbachhaus Programm 2026 mit einem Rückblick auf ein erfolgreiches 2025
Lenbachhaus zieht erfolgreiche Bilanz für 2025: Stark besucht, internationale Kooperationen und nachhaltige Weichenstellungen
München, 26. Januar 2026. – Das Lenbachhaus blickt auf ein außerordentlich erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Mit insgesamt 289.526 Besuchen und 15.841 ausgegebenen Jahreskarten, die zu 36.308 Besuchen führten, erreichte das Museum hervorragende Besucherzahlen. „Diese Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie stark das Lenbachhaus im Stadtleben verankert ist – auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen“, sagte Marek Wiechers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München, auf der heutigen Jahrespressekonferenz im Lenbachhaus München.
Auch im Bereich Bildung und Vermittlung verzeichnete das Lenbachhaus eine anhaltend hohe Nachfrage: 780 Schulklassen wurden 2025 betreut, zusätzlich besuchten rund 29.000 Kinder und Jugendliche das Haus oder nahmen an Vermittlungsprogrammen teil. Insgesamt wurden 1.448 Gruppenführungen durchgeführt.
Auch international war das Haus 2025 stark präsent. Große Aufmerksamkeit erhielt der Ausstellungstausch „Turner“ gegen den „Blauen Reiter“ in Kooperation mit der Tate London. Zudem realisierte das Lenbachhaus gemeinsam mit der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung mehrere Ausstellungen zum Werk von Gabriele Münter – in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid, dem Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris sowie aktuell mit dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York (noch bis April 2026). „Diese Kooperationen zeigen, dass das Lenbachhaus international sichtbar und die im Haus erarbeiteten Inhalte immer stärker wahrgenommen und nachgefragt werden“, betont Wiechers.
Zu den erfolgreichsten Projekten des Jahres zählte „Aber hier leben, nein danke. Surrealismus & Antifaschismus“. Viel besucht und mehrfach als beste Ausstellung des Jahres genannt, für den Art-Kuratorenpreis nominiert und als „besondere Ausstellung“ durch die deutsche Sektion des internationalen Kunstkritikerverbands AICA ausgezeichnet, steht das Projekt für das im beste Sinne populäre und zugleich gesellschaftlich relevante Programm des Lenbachhauses. Im Juni 2026 wird die Ausstellung im spektakulären Neubau des Museums für Moderne Kunst in Warschau gezeigt.
Neben klassischen Ausstellungsformaten setzte das Lenbachhaus 2025 verstärkt auf experimentelle Formate. Im Rahmen des internationalen Festivals DANCE war im Mai die Installation „art.Life“ des Choreografen Richard Siegal im Kunstbau zu sehen, ebenso Choreographien von Trajal Harrell.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf kooperativen Projekten: Das Vermittlungsprojekt „Hallo, mein Name ist Kunstbau“ basierte auf über 50 Kooperationen innerhalb der Stadtgesellschaft und öffnete den Kunstbau bewusst als partizipativen Raum. „Gerade in einer wachsenden und vielfältigen Stadt wie München sind offene nicht kommerzielle Räume für Begegnung, Austausch und gemeinsames Gestalten von unschätzbarem Wert“, sagt Matthias Mühling, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München.
Sanierung des Kunstbaus in 2026
Ein zentrales Zukunftsthema des Museums bleibt die Nachhaltigkeit. Das Lenbachhaus war eines der ersten Museen in Deutschland, das eine umfassende Klimabilanz erstellte. Durch gemeinsam mit dem Baureferat umgesetzte Maßnahmen konnte der Energieverbrauch seit 2023 um rund 30 Prozent gesenkt werden – das entspricht einer Einsparung von etwa 300 Tonnen CO₂ pro Jahr. Mit der aktuell begonnenen energetischen Sanierung des Kunstbaus, die von der Landeshauptstadt München trotz angespannter Haushaltslage ermöglicht wird, soll der Energieverbrauch dort nochmals um rund ein Drittel reduziert werden. Das würde zusätzliche 50 Tonnen CO₂ jährlich einsparen. „Als Museum tragen wir Verantwortung – für Kunst, für Menschen und für den Umgang mit Ressourcen“, so Wiechers.
Für das Jahr 2026 blickt das Lenbachhaus optimistisch nach vorn und setzt weiterhin auf ein anspruchsvolles Programm, internationale Präsenz und enge Zusammenarbeit mit den Menschen der Stadtgesellschaft:
Lenbachhaus Programm 2026
Was zu verschwinden droht, wird Bild.
Mensch – Natur – Kunst
bis Frühjahr 2027
Bilder halten fest, was nicht mehr existiert oder sich ständig wandelt: Natur, Begegnungen, Landschaften. Vor diesem Hintergrund erscheinen Landschaftsdarstellungen als Zeugnisse einer bedrohten, vom Menschen geprägten Umwelt. Das Lenbachhaus zeigt Werke des 19. und 20. Jahrhunderts aus seiner Sammlung und denen zahlreicher Münchner Institutionen, die Kunst, Vergänglichkeit und museales Bewahren zusammenführen.
Shifting the Silence. Die Stille verschieben.
Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus
bis voraussichtlich Ende 2026
Ausgehend von Etel Adnans letztem Buch „Shifting the Silence. Die Stille verschieben“ thematisiert die Ausstellung die Herausforderung, bildende Kunst in Worten erfahrbar zu machen. Das Lenbachhaus nimmt die Grenzen von Sprache in den Blick und versteht das „Verschieben der Stille“ als Einladung, das Poetische künstlerischer Ausdrucksformen nicht zu rationalisieren, sondern als offenen Eigenwert anzunehmen.
Out of Focus. Leonore Mau und Haiti. Eine Ausstellung von U5
bis 15. Feb 2026
Kann das Werk einer deutschen Fotografin ein Bild von Haiti jenseits von Stereotypen vermitteln? „Out of Focus“ überführt die Fotografien von Leonore Mau in ein multimediales Environment, das Fragen des Zeigens und Nichtzeigens verhandelt. Ausgehend von bislang weitgehend unveröffentlichtem Nachlassmaterial rücken Bilder in den Blick, in denen Alltag, Gemeinschaft, Diktatur, Spiritualität und Tourismus nebeneinander existieren und ästhetische wie ethische Fragen des Fotografierens aufwerfen.
Iman Issa. Lass uns spielen
bis 12. April 2026
In ihrem spielerischen wie formal präzisen Werk befasst sich Iman Issa mit grundlegenden Fragen der Kunst. Die gezielte Fragestellung ist für sie ein künstlerisches Medium und führt oft zu Serien, die auf andere Kunst, Denkmäler, Literatur oder Fotografien verweisen. Ihre installativen „Displays“ aus Texten, Bildern und Objekten unterlaufen feste Bedeutungen und laden – gemäß dem Ausstellungstitel „Lass uns spielen“ – zu wacher, offener Betrachtung ein.
Über die Welt hinaus. Der Blaue Reiter
10. März 2026 – Ende 2027Zu Beginn des 20. Jahrhunderts formierte sich in München ein Kreis von Künstlerinnen und Künstlern mit einer Vision. Sie hatten das gemeinsame Ziel, die Kunst zu erneuern und die Gesellschaft zu verändern.
Besonders wichtig in diesem Unterfangen waren die beiden Ausstellungen der Redaktion Der Blaue Reiter in München 1911–12. Der Titel nahm explizit Bezug auf das Vorhaben des Almanachs: Dieses programmatische Jahrbuch etablierte den Blauen Reiter als Teil eines weltweiten, epochen- und gattungsüberschreitenden Kunstschaffens. Der Blaue Reiter war jedoch mehr als das: Er basierte auf einem Netzwerk des Austauschs, das kulturelle Unterschiede als kreative Ressource verstand. In einem transnationalen Dialog – vom Deutschen Kaiserreich und Frankreich bis ins Russische Reich und in die USA – schufen die Beteiligten neue Bildsprachen für eine sich wandelnde Welt. Viele von ihnen lebten unkonventionelle Lebensentwürfe, stellten Geschlechterrollen in Frage und suchten nach neuen Formen der Darstellung jenseits bürgerlicher Normen.
Die Ausstellung rückt ihre wegweisenden Errungenschaften in den Mittelpunkt – von Franz Marcs symbolischer Farbtheorie über Wassily Kandinskys Abstraktionen bis hin zu Alexander Sacharoffs performativen Grenzüberschreitungen. Besonderes Augenmerk gilt den Künstlerinnen, die – für ihre Zeit ungewöhnlich sichtbar – eine zentrale Rolle in der Bewegung spielten. Neben Gabriele Münters expressiver Malerei treten ausdrucksstarke Selbstporträts von Elisabeth Epstein, die dramatischen Gemälde der Kosmopolitin Marianne von Werefkin und Maria Franck-Marcs hintergründige Stillleben und utopische Kinderwelten.
Bedeutende Neuzugänge zur Sammlung des Lenbachhauses wie die großformatigen abstrakten Kompositionen von Wilhelm Morgner oder sozialkritische Werke von Emmy Klinker und Albert Bloch sind erstmals zu sehen. Mit über 150 Arbeiten eröffnet die Ausstellung neue Perspektiven auf eine der bedeutendsten Bewegungen der europäischen Avantgarde und zeigt, wie aktuell ihre Fragen nach Emanzipation, ästhetischer Praxis und gattungsübergreifenden Innovationen auch heute sind. Der Blauen Reiter verstand Kunst als Botschaft und nicht als bloßes Problem der (schönen) Form. So beschreibt Else Lasker-Schüler 1911 in einem Gedicht die Suche nach einem weiteren Horizont mit den Worten: „Über die Welt hinaus.“Die Ausstellung findet im Rahmen der Vorbereitungen unseres Jubiläums „100 Jahre Lenbachhaus 1929 / 2029“ statt.Eine Kooperation des Lenbachhauses und der Gabriele Münter- und Johannes-Eichner-Stiftung. Mit freundlicher Unterstützung vom Förderverein Lenbachhaus e. V.Mit Werken von: Albert Bloch, Erma Bossi, Wladimir Burljuk, Heinrich Campendonk, Robert Delaunay, Elisabeth Epstein, Maria Franck-Marc, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Emmy Klinker, Moissey Kogan, Else Lasker-Schüler, August Macke, Franz Marc, Wilhelm Morgner, Gabriele Münter, Jean Bloé Niestlé, Marianne von WerefkinKuratiert von Melanie Vietmeier und Matthias Mühling
Kuratorische Assistenz: Johannes Michael Stanislaus
Franz Wanner. Eingestellte Gegenwarten
23. März bis 19. Juli 2026Eine Schutzbrille aus Plexiglas steht am Anfang der Ausstellung „Eingestellte Gegenwarten“ von Franz Wanner (*1975, Bad Tölz). Die Brille wurde bei Grabungen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen geborgen. Über die inhaftierte Person, die zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie eingesetzt war und mit der Brille ihr Augenlicht schützte, gibt es bislang keine auffindbaren Informationen. Einzig ihr Wunsch sich zu schützen, zeigt sich bis heute an diesem Objekt.
Das Material, aus dem die Brille besteht, wurde 1933 von der deutschen Firma Röhm & Haas unter dem Markennamen „Plexiglas“ vorgestellt und ab 1936 fast ausschließlich in der Rüstungsindustrie für Flugzeugfenster verwendet. In Propagandaausstellungen wurden die technischen Möglichkeiten des schattenlosen Materials angepriesen. Heute bestehen unterschiedlichste Gegenstände aus Plexiglas, vom Polizeischild bis zur musealen Vitrinenhaube. In Wanners Inszenierung in der Ausstellung werden solche Gegenstände losgelöst von ihrer ursprünglichen Funktion zu Verwahrstücken, durch die der Künstler den Ausstellungsraum als Tatort markiert. Im Nazismus wurden im Namen des „Kunstschutzes“ auch in Museen wie dem Lenbachhaus Zwangsarbeiter*innen eingesetzt, etwa zur Evakuierung von Kunstwerken bei Luftangriffen.
Wanner interessiert sich für die Lücke zwischen Realität und Selbstdarstellung der Bundesrepublik. Dafür recherchiert er deren Geschichte, und betrachtet aufmerksam, wie diese für die Gegenwart beschönigt, bereinigt und instrumentalisiert wird. Die Ausbeutung von Arbeitskraft ist das zentrale Thema seiner Ausstellung am Lenbachhaus: Im Nazismus war der Einsatz von Zwangsarbeiter*innen in allen gesellschaftlichen Bereichen weit verbreitet. Auf den massiven Strukturen der NS-Zwangsarbeit fußten später die Anwerbeabkommen mit Italien, der Türkei, Griechenland und Jugoslawien. So wurden die Menschen, die ab 1955 angeworben wurden und nach Deutschland zogen, teils in ehemaligen NS-Baracken untergebracht, die als “Gastarbeiterlager” bezeichnet wurden; die gesetzliche Grundlage der Abkommen war eine NS-Verordnung aus dem Jahr 1938.
Durch seinen prüfenden Blick auf heutige staatliche Institutionen wie den Geheimdienst und die Polizei, die Verzahnung von universitärer Forschung und Rüstungsindustrie sowie Deutschlands aktive Rolle in der auf Abwehr ausgerichteten Migrationspolitik der Europäischen Union fragt Wanner, wo und wie sich der Nazismus von einst im Wirtschaftsliberalismus von heute fortschreibt.Als Artist in Residence des Harun Farocki Instituts entwickelte Franz Wanner die Ausstellung „Mind the Memory Gap“ für das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst in Berlin. Die Ausstellung am Lenbachhaus beruht auf dieser früheren Präsentation.
Die begleitende Publikation „Franz Wanner. Eingestellte Gegenwarten“ erscheint in Kooperation mit Kunst Meran Merano Arte im Hirmer Verlag.Kuratiert von Stephanie Weber
Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik
12. Mai – 27. Sept 2026Die Künstlerin Käte Hoch zeigt ihren Freund Erich Müller-Kamp telefonierend am Schreibtisch. Ein Ferngespräch, so rät Kurt Tucholsky, soll möglichst deutlich und dialektfrei geführt werden, sonst können die Überwachungsbeamten dem Dialog nicht folgen. Sich selbst malt Hoch in den Farben der Suffragetten und mit Bubikopf. Auch junge Angestellte schneiden sich die Haare kurz. Sie tippen schnell, rauchen Kette und gehen abends ins Kino oder Tanzlokal. Sie lieben Charleston und Shimmy, hören Schmachtfetzen, Swing und Jazz.
Irmgard Keuns „Kunstseidenes Mädchen“ träumt von schmalen Silhouetten und Schuhen mit Eidechsenkappen. Ré Soupault entwickelt ein Transformationskleid, das im Büro direkt für den Abend umgewandelt werden kann. Im Variété werden Geschlechterrollen durchlässig, Monokel senden Signale. Bordelle bilden einen etablierten Rahmen für Sexarbeit.
Die Wirtschaft blüht, oft auf Pump, Teile der Bevölkerung verarmen, nicht nur während der Hyperinflation und der Weltwirtschaftskrise. Kriegsversehrte, Arbeiterinnen, Arbeitslose und Veilchenverkäufer prägen die Straßen und konterkarieren die Golden Twenties. Oskar Maria Graf verteilt mit einer Arbeitsgruppe antifaschistische Flugblätter, in Schwabing treffen sich Feminist*innen und das Münchner Antikriegs-Komitee und eine Ortsgruppe der revolutionären Künstler*innen-Vereinigung ASSO bastelt an einer Zeitschrift. George Grosz zeigt den Aufstieg der Nationalsozialisten und karikiert den Hitlergruß.
Das neue Theater von Helene Weigel und Bertolt Brecht sehnt sich nach der Wucht des Boxens und versucht sich an Dialogen, die wie Kinnhaken sitzen. 1923 wird die erste staatlich kontrollierte Rundfunksendung in Deutschland ausgestrahlt – Max Radler malt einen Fabrikarbeiter beim Radiohören. 1930 macht Tim Gidal im Deutschen Museum ein Foto von einer der ersten Fernsehübertragungen.Die Ausstellung konzentriert sich auf konkrete Geschichten und greifbare Details, statt großen Thesen zur Weimarer Zeit zu formulieren. Zu den verschütteten Möglichkeiten der Weimarer Republik soll so ein Kontakt hergestellt werden – ein Ferngespräch.
Mit Werken von Käte Hoch, Heinrich Hoerle, Karl Hubbuch, Lotte Jacobi, Grethe Jürgens, Jeanne Mammen, Gabriele Münter, Christian Schad, August Sander, Rudolf Schlichter u.a.In Kooperation mit dem Münchner Stadtmuseum und mit großzügiger Unterstützung einer PrivatsammlungKuratiert von Karin Althaus und Matthias Mühling
Buntes Garten Ciao
April – August 2026Veranstaltungen zum Mitmachen. Kostenlos für alle und im Freien
Museum kann auch draußen. Mit der BUNTES GARTEN CIAO geht das Lenbachhaus in den Garten, auf den Vorplatz, in die Umgebung und schafft durch Kunst Begegnungen.
Im Sommer 2026 finden unterschiedliche Veranstaltungen rund um das Lenbachhaus statt, wie Performances, Workshops, Spaziergänge, Tanzveranstaltungen, Theater, Karaoke und Kaffeeklatsch. Das Programm entsteht aus dem Wunsch nach buntem, vielfältigem, solidarischem, barrierefreiem, klimagerechtem, queerem Wildwuchs.
Wir werfen einen Blick in den Garten: Gepunktete Wesen hängen an Seilen und kommunizieren mit dem Erdreich, beide – die Akrobat*innen und das Mikrobiom – sind in Gefahr. Cyberfeministische Hexen murmeln gegen die Ausbeutung natürlicher Ressourcen. In einer Ecke des Gartens singen Partygäste Pflanzenkaraoke, während eine Klimaaktivistin die Sounds verschwindender Bäume hört. Was passiert im gemeinsamen öffentlichen Raum und ist doch der Sichtbarkeit entzogen?
Gleichzeitig beginnt die langfristige Vorplatzumgestaltung: Wir fangen vor der eigenen Haustür an, denn da gibt es kaum Schatten und Sitzplätze, aber seit neuestem einen großartigen Bücherschrank für alle. Im Rahmen der BUNTES GARTEN CIAO kommen schattenspendende Wasserbänke und ein Brunnen dazu. Kommt vorbei!Kuratiert von Samira Yildirim
Maria Jarema
26. Okt 2026 – 25. April 2027Maria Jarema (1908–1958) konnte vieles. Die „revolutionäre Kommissarin der Abstraktion“, wie Künstlerfreund Tadeusz Kantor sie nannte, war Bildhauerin und Malerin, sie experimentierte mit Drucktechniken, entwarf Kostüme und Bühnenbilder für Tanz und Theater, war Schauspielerin. Sie verfasste kunsttheoretische Texte, intervenierte im polnischen Parlament für das Recht von Frauen auf gesellschaftliche Selbstbestimmung und schrieb kluge Manifeste gegen die Klassengesellschaft.
Mit ihrem Bruder, dem Künstler Józef Jarema, war sie ab den 1930er Jahren und bis zu ihrem Tod im experimentellen Theater aktiv. Aus dieser Erfahrung in den darstellenden Künsten rührte Jaremas Interesse, Sprache und Bewegung, Tanz und körperlichen Ausdruck in Form von Skulptur und Bild zu fassen.
Krakau war ihr Lebensmittelpunkt, während längerer Aufenthalte in Paris kam sie in Berührung mit dem Surrealismus, in dem sie ihre eigene Haltung wiedererkannte: Die Kunst war ihr kein politisches Mittel, sondern eine revolutionäre Praxis, die das Denken verändern und Gesellschaft verbessern konnte.Die Ausstellung am Lenbachhaus ist die erste Präsentation Jaremas in Deutschland. In Kooperation mit dem Museum für Moderne Kunst Warschau (Muzeum Sztuki Nowoczesnej), wo die Ausstellung Ende Februar 2026 eröffnet.Am Lenbachhaus kuratiert von Stephanie Weber
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Neuausrichtung der Vermittlungsräume
2025 haben wir bei „Hallo, mein Name ist Kunstbau“ Ansätze zu vielstimmigen, flexiblen und gemeinschaftlich genutzten Räumen erprobt. Jetzt ist der Kunstbau zu, aber wir machen weiter in den neu gestalteten Räumen der Bildung und Vermittlung!
Die bisherigen Workshopräume des Lenbachhauses werden räumlich wie programmatisch neu gefasst. Mit einer Tasse Kaffee redet es sich besser, beim gemeinsamen Bauen entwickeln sich neue Bekanntschaften und wo, wenn nicht auf dem Sofa, lässt sich gemütlich in einem der Lenbachhaus-Kataloge schmökern?
Es sind kontinuierlich nutzbare und unkomplizierte Räume für Besucher*innen und das Team, für Vermittlung und künstlerisches Arbeiten. Seminare, Workshops zu Ausstellungen, Schulklassen-Programme, Reading Groups, Filmscreenings, Stammtisch, Kaffeeklatsch, eine offene Werkstatt und Gesprächsformate finden hier statt.
Dazu nehmen wir nicht nur die Möbel mit, die wir im Kunstbau-Projekt gebaut und getestet haben. Auch Materialien aus früheren Ausstellungsarchitekturen werden wiederverwendet, überarbeitet und dauerhaft in die Gestaltung integriert.
Eine Küche ermöglicht Pausen und entspannte Begegnungen, Besucher*innen können sich auch unabhängig von Veranstaltungen in den Räumen aufhalten oder zurückziehen. Ein thematisch wechselnder Bibliotheksbestand lädt zum Schmökern und Vertiefen ein.
Das Programm soll sich gemeinsam mit den Beteiligten weiterentwickeln.
Was im Kunstbau als temporäres Experiment startete, findet jetzt einen festen Platz: Vertraute Formate begleiten uns weiter und neue Kooperationen wachsen in eine dauerhafte Zusammenarbeit hinein._________________________________________________________
Digitale Plattform: 100 Jahre Lenbachhaus
Launch Mitte 2026
1929 öffnete das Lenbachhaus seine Türen – 2029 begeht das Museum sein hundertjähriges Jubiläum. Ein Anlass, die Geschichte der Institution gründlich unter die Lupe zu nehmen: Bislang kaum erforschte Aspekte werden untersucht, etablierte Narrative hinterfragt und in einen größeren kunsthistorischen, zeitgeschichtlichen und kulturpolitischen Zusammenhang gestellt. In Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte entwickelt das Lenbachhaus in einem dreisemestrigen Seminarprojekt mit Studierenden einen neuen, multiperspektivischen Blick auf seine Geschichte. Im Zentrum stehen dabei Transformationsprozesse in Sammlung und Programm ebenso wie Akteur*innen und Objektgeschichten. Ausgangspunkt aller Forschungen sind Originalquellen aus dem Museumsarchiv.
Die Quellen und Ergebnisse des Forschungsprojekts werden 2026 auf einer digitalen Plattform zugänglich gemacht, die bis zum Jubiläum 2029 kontinuierlich erweitert wird. In der Zusammenführung von Dokumenten, Texten, Fotografien, Fragmenten und Erinnerungen entsteht eine neue, vielstimmige Erzählung der Museumsgeschichte.
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Externe Kooperationen
Gabriele Münter: Contours of a World
7.11.2025–26.4.2026
Solomon R. Guggenheim Museum New York
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Aber hier leben? Nein danke.
Surrealismus + Antifaschismus
12.6.2026–10.1.2027
Muzeum Sztuki Nowoczesnej w Warszawie
Kuratiert von Stephanie Weber, Adrian Djukić und Karin Althaus
(Museum für Moderne Kunst in Warschau)