Jahresvorschau 2026
DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam ist ein einzigartiger Ort, an dem Kunst, Architektur,Geschichte und Gegenwart aufeinandertreffen. Die neue Direktorin Anna Schneider, die das Haus seit April 2025 leitet, möchte DAS MINSK mit einem vielstimmigen und interdisziplinären Programm weiter als aktiven Teil des städtischen Lebens verankern und dazu beitragen, unterrepräsentierte Stimmen in der Kunst sichtbarer zu machen.
»Die Sammlung Hasso Plattner nach 1945 bildet den Nukleus unserer Auseinandersetzung: Neben Ausstellungen, die sich der Kunst aus der DDR sowie
internationalen künstlerischen Positionen der Gegenwart widmen, machen diskursive Formate, das vielseitige Vermittlungsprogramm, lokale wie internationale Kooperationen, der Innen- und Außenraum des MINSK sowie der digitale Raum die Vielfalt des Museums aus. Gemeinsam mit dem Team des MINSK arbeite ich daran, diese besondere Institution weiterzuentwickeln, neue Perspektiven zu eröffnen und das Haus als lebendigen Ort des Austauschs und der Begegnung zu stärken«, erklärt Anna Schneider.
Oscar Murillo. Kollektive Osmose
14.03.2026 – 09.08.2026
Ab 14. März 2026 bespielt der in Kolumbien geborene Künstler Oscar Murillo die Innen- und Außenräume des MINSK und macht das Potsdamer Kunsthaus zum Schauplatz eines lebendigen Experiments über Austausch und Gemeinschaft. Mit seinem Projekt Kollektive Osmose schafft Murillo einen Dialog zwischen seiner zeitgenössischen malerischen Praxis, seinen Installationen und den impressionistischen Werken Claude Monets. Die Ausstellung hebt dabei das jedem Menschen innewohnende Potential, mit Pinsel, Hand oder Stift künstlerische Gesten zu schaffen, hervor.
Der im Titel verwendete Begriff der Osmose beschreibt in der Wissenschaft, wie Wasserpartikel sich durch eine semipermeable Membran bewegen, um einen Zustand des Gleichgewichts herzustellen. Murillo nutzt dieses Sinnbild für die Öffnung des Museums: Seine Ausstellung schafft Durchlässigkeit und Austausch zwischen Innen und Außen, zwischen Museum und Stadt sowie zwischen Potsdam und der Welt. Das Projekt markiert zudem die erste Zusammenarbeit zwischen dem MINSK und demMuseum Barberini: Werke von Oscar Murillo sind in beiden Häusern zu sehen.
»Oscar Murillo gelingt es, den Diskurs über das Medium Malerei voranzutreiben, indem er sichtbare wie unsichtbare Grenzen sprengt und soziale wie ökonomische Zyklen neu beschreibt«, sagt Anna Schneider, Direktorin des MINSK. »Seine Arbeit erschließt neue Möglichkeiten der Gemeinschaftsbildung. Kollektive Osmose wird zu einem gelebten Experiment, das Austausch fördert und Ungleichheit entgegenwirkt. Oscar Murillos Entscheidung, Claude Monet als Komplizen zu wählen – jenen Künstler, der Licht und Landschaften Weltweit bewunderte Werke mit leuchtenden Farben übersetzte – ist eine kongeniale Idee. Es gelingt ihm damit, seinen eigenen Bezugsrahmen zu erweitern und sich der Idee einer universellen menschlichen Gemeinschaft anzunähern.«
Die Ausstellung wird kuratiert von Anna Schneider und Daniel Milnes mit Luisa Bachmann als kuratorischer Assistentin.
Über Oscar Murillo
Oscar Murillo (geb. 1986 in La Paila, Kolumbien) arbeitet mit Malerei, partizipativen Projekten, Video, Ton und Installationen. Seine Werke untersuchen Vorstellungen von Kollektivität und gemeinsamer Kultur und zeigen sein Engagement für die Kraft der materiellen Präsenz von Kunstwerken sowie seine kritische Sichtweise auf die heutige Gesellschaft.
Murillos groß angelegtes partizipatives Auftragswerk The flooded garden, inspiriert von den in Giverny entstandenen Werken Claude Monets, war im Sommer 2024 in der Turbinenhalle der Tate Modern zu sehen. 2023 wurde Murillo die Ehrendoktorwürde der University of Westminster verliehen; 2019 war er einer von vier Künstler:innen, die sich den renommierten Turner Prize teilten.
Annemirl Bauer
05.09.26 – 07.02.27
Im Herbst 2026 eröffnet DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam eine umfassende Retrospektive, die sich dem komplexen künstlerischen Schaffen von Annemirl Bauer (1939 – 1989) widmet – darunter Gemälde, Arbeiten auf Papier, Collagen und Objekte. Die Ausstellung zeigt eine lokale Künstlerin, die in Berlin und Brandenburg wohnte und arbeitete, sowie eine kritische und unabhängige Stimme aus der DDR, die lange aus dem künstlerischen Kanon ausgeschlossen blieb. Ihre Werke sind Zeugnisse ihres Selbstverständnisses als Malerin und einer kompromisslosen Beobachterin, die sich fortwährend für soziale Gerechtigkeit einsetzte und gegen die Repressionen der SED-Politik aufbegehrte.
Die Ausstellung wird kuratiert von Marie Gerbaulet mit Luisa Bachmann als kuratorischer Assistentin. Sie entsteht in enger Zusammenarbeit mit Amrei Bauer, Nachlassverwalterin sowie Gründerin und Leiterin des Annemirl Bauer Hauses in Niederwerbig, Brandenburg.
ÖFFNUNGSZEITEN
Täglich außer dienstags
Mittwoch bis Montag 10–19 Uhr




