9.bis 13. September 2026 beim Ars Electronica Festival 2026
Fortsetzung folgt, direkt nach der Sommerpause: Nach eindrucksvollen Showings beim Holland Festival Amsterdam, der Art Basel Week und dem Festival der Zukunft München im Juni und Juli 2026 hat Tobias Staab nun eine weitere Station für seine XR-Installation OYA klargemacht. Sie wird vom 9. bis 13. September 2026 beim Ars Electronica Festival 2026 in Linz zu sehen sein. Eine Einladung, die geradezu unvermeidlich erscheint. Schließlich passt OYA, enstanden in Kooperation mit dem XR-Studio govar, perfekt zum Motto dieses Festival for Art, Technology & Science: „Future Begins. Negotiating Humanity.“
Konzipiert für eine holografische Tänzerin in einer Mixed-Reality-Umgebung, erzählt die immersive Choreographie die Geschichte einer Neuerfindung: die sich über mehrere Jahre erstreckende Transition von Künstlerin-Tänzerin-Model Black Pearl de Almeida Lima. Die auch visuell überwältigende Arbeit wirft viele Fragen auf, weit über die biographische Ebene hinaus. Was ist das Wesen von Veränderung? Wie manifestiert sie sich in einem Körper, wie formt sie Identität? Und weshalb ist kein Werden ohne Vergehen zu haben?



Mittwoch, 9. September bis Sonntag, 13. September 2026
Kunstuniversität Linz, Brückenkopfgebäude West, Hauptplatz 8 – Innenhof
Geöffnet von 16:00 Uhr bis einschließlich 20:00 Uhr, am Sonntag von 14:00 Uhr bis einschließlich 18:00 Uhr. Keine Voranmeldung nötig.
Begleitprogramm OYA Relationscapes
- Freitag, 11. September von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr, Kunstuniversität Linz, Hauptplatz 6, Dachgeschoss – Lecture Hall / Hörsaal D¹
- fem(with)me. Tanz-Workshop zur Ballroom Culture mit Black Pearl de Almeida Lima
- Samstag, 12. September um 13:30 Uhr, voestalpine OPEN SPACE, OK Linz
- Das Townhall-Meeting Embodied Futures bringt Künstler*innen und Publikum im Innenhof der Kunstuniversität Linz ins Gespräch. Dauer circa eine Stunde.
- An den Wochenenden besteht zudem die Möglichkeit, den interaktiven Prototypen des Projekts Everybody Dance Now (EDN.ALPHA) auszuprobieren. Besucher*innen können dabei an einer virtuellen Ballroom-Dance-Class teilnehmen; Bewegungsmaterial und Stimme der Avatare stammen von Black Pearl de Almeida Lima
- OYA
XR-Installation von Tobias Staab
Regie: Tobias Staab
Performance: Black Pearl de Almeida Lima
Technische Leitung: Stefan Göppel (govar)
3D-Design: Warja Rybakova
Musik: Heiko Tubbesing
Lichtdesign: Torsten Podraza
Produktion: govar GmbH – als Teil der Ausstellungsreihe EMIXAR, gefördert durch den Berliner SenatOYA ist eine 13-minütige XR-/Mixed-Reality-Installation von Tobias Staab, entwickelt in enger Zusammenarbeit mit der in Berlin lebenden brasilianischen multidisziplinären Künstlerin, Tänzerin und Model Black Pearl de Almeida Lima. Die Arbeit geht von Black Pearls persönlicher Geschichte aus. Im Zentrum steht ein werdender Körper — ein Körper, der nicht als Bild oder Identität festgeschrieben ist, sondern sich fortwährend annähert und wieder entzieht, geformt von Zeit, Blick, Atem und vielem, was noch keine Kontur angenommen hat. OYA beginnt mit Filmmaterial aus dem Jahr 2020, als Black Pearl noch in einer männlich gelesenen Erscheinung gefilmt wurde, und endet mit Aufnahmen aus dem Jahr 2025, in denen sie in ihrem weiblichen Körper erscheint. Im Kern greift OYA auf Black Pearls gelebte Erfahrung einer Gender-Transition zurück, nicht als erklärendes Modell, sondern als verkörpertes Wissen: eine Praxis der Überschreitung von Schwellen und des Widerstands gegenüber verhärteten Normen. Von hier aus richtet sich der Blick auf die Potenziale des Körpers, mithin als offene Frage, die sich nicht abschließend beantworten lässt: „Wir wissen nochauf die Potenziale des Körpers, mithin als offene Frage, die sich nicht abschließend beantworten lässt: „Wir wissen noch nicht, was ein Körper vermag“ (Spinoza).
Veränderung schwingt in OYA über verschiedene Ebenen hinweg mit – vom Molekularen bis zum Symbolischen – und öffnet sich zu Übergangsriten zwischen dem Immateriellen, dem Tod und neuen Anfängen. Die Arbeit verwebt frühere und neu aufgezeichnete Bewegtbilder von Black Pearl mit einer digital konstruierten Bildsprache, die in Zusammenarbeit mit der 3D-Designerin Warja Rybakova und dem XR-Studio govar entwickelt wurde, das zugleich den technischen Rahmen und die immersiveSystemarchitektur konzipiert hat. In mehreren Projekten hat govar Technologien entwickelt, die es ermöglichen, den tanzenden menschlichen Körper als holographische Präsenz erscheinen zu lassen, die sich fließend zwischen den unterschiedlichen Ebenen einer Mixed-Reality-Umgebung bewegt. Diese Ebenen bleiben nicht getrennt: Realitäten beginnen sich zu verschieben, ineinander zu gleiten und zu überlagern, bis sich die Unterschiede zwischen dem „Aufgezeichneten“ und „Gerenderten“, dem „Erinnerten“ und dem „Gegenwärtigen“ allmählich auflösen. Der Weg der Transition erscheint als poetische und immersive Choreographie zwischen Tod und Wiedergeburt – entfaltet in der Mixed Reality als gleichzeitige Erfahrung von Verlust, Transformation und Hervortreten. Eine Komposition des in Berlin lebenden Komponisten Heiko Tubbesing strukturiert die Erfahrung durch abstrakte Klangarchitekturen, die sich zwischen sensorischer Überforderung und clubartiger Euphorie bewegen.
Black Pearl de Almeida Lima wurde 1994 in Brasilien geboren und lebt derzeit in Deutschland. Ihre künstlerische Praxis umfasst Tanz, Choreographie, Film, Vermittlung und Mode. Als Teil der Ballroom-Community läuft sie in den Kategorien EU Runway und Vogue Fem. Sie ist Mitglied des Kollektivs House of Brownies und aktiv im House of Saint Laurent. Ihr Kurzfilm PEARL wurde 2024 auf NOWNESS präsentiert, gefolgt von der Premiere von Just Love, einem queeren Tanzprojekt zu Ravels Boléro, im Jahr 2025. In all ihren Arbeiten setzt sich Black Pearl für Sichtbarkeit und Empowerment marginalisierter Identitäten ein.
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- Tobias Staab arbeitet als Künstler und Kurator. Seine Arbeiten entstehen als transdisziplinäre Performances an der Schnittstelle von zeitgenössischem Tanz, Musik und Digitaler Kunst. Seit 2020 beschäftigt er sich verstärkt mit den Beziehungen zwischen Mensch und Machine Learning-Technologien. Darüber hinaus ist Tobias Staab seit 2025 künstlerischer Leiter des International DANCE Festival München. Im Jahr 2025 inszenierte Tobias Staab gemeinsam mit der niederländischen Performance-Künstlerin Lotte van den Berg die Oper Matsukaze von Toshio Hosokawa als Operninstallation für die Bayerische Staatsoper. Im Rahmen der Ausstellung EMIXAR präsentierte Staab ebenfalls 2025 die Mixed-Reality-Installation OYA, auf der Berlin Art Week. Aktuell arbeitet Tobias Staab an der Mixed-Reality-Tanz-Experience Everybody Dance Now (AT), die sich mit verkörperter tänzerischer Interaktion zwischen virtueller und analoger Realität beschäftigt.
Mehr unter tobiasstaab.comStefan Göppel ist international als wegweisender Entwickler und Betreiber von Extended-Reality-Anwendungen bekannt. Seit 15 Jahren bewegt er sich in diesem Feld – mit profunder Expertise und einem breiten Netzwerk der globalen Szene. Sein 2021 gegründetes Münchner Unternehmen GOVAR trägt diese Haltung schon im Namen: GO Virtual Augmented Reality.
Viele seiner Entwicklungen drehen sich um High-Tech-Anwendungen und wurden unter anderem mit dem German Digital Award, dem Red Dot Design Award und dem Grimme Online Award ausgezeichnet.
Mehr unter govar.de - Titelbild:
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