Ausstellung „traces.exe“: Werke von Roman Lang
im Schloss Detmold
Die zweite Ausstellung im Schloss Detmold wendet sich wieder der Malerei zu. Sie zeigt großformatige, abstrakte Gemälde, die auf einfachen Holzplatten aufgebracht sind. Dieses unbehandelte, teilweise sichtbare Material aus dem Baumarkt trifft mit Malerei zusammen.
Roman Lang, Jahrgang 1976 studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und war Meisterschüler bei Prof. Ben Willikens und Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Seine Arbeiten werden national und international ausgestellt. Der Künstler lebt in Düsseldorf und Belfast.
Nun kann man seine eigenwilligen Arbeiten im Detmolder Schloss sehen, die er eigens für diesen wunderbaren Ausstellungsraum, es ist die ehemalige Schlossküche, konzipiert hat. Für den Künstler bedeutet der Titel „traces exe“ das er einerseits auf Spurensuche geht, um einen Prozess in Gang zu setzen. Es werden viele Farbschichten aufgetragen und mit Akribie abgetragen. Konstruktivistisch anmutende Strukturen, monochromen Linien und Körper sowie Farbfelder treffen übergangslos aufeinander. Grelle Neonfarben stehen neben Schwarz oder tiefem Grau. „Neon ist die scharfe Schwester von Grau“, so Roman Lang.
Die Farbfeldmalerei, ist eine Ausdrucksform der zeitgenössischen Kunst die sich durch großflächige, homogen gefüllte Farbfelder auszeichnet. Diese Kunstrichtung entwickelte sich Mitte der 1950er Jahre in Amerika, der sich Größen wie Mark Rothko bedienten. Roman Lang entwickelte seine Malerei weiter indem er sie um Zeichen, Strategien und Störungen der Pop und Digitalkultur ergänzt.
Die Ausstellung im Detmolder Schloss läuft vom 7. Juni bis 5. Juli und ist kostenfrei zu sehen. Die Eröffnung ist am 7. Juni um 11.30 Uhr.
Weitere Informationen im Internet: kunstverein-lippe.de

v.l . Wolfgang Kessler, Dr. Joachim Kleinmanns, Hans Joachim Römer und Roman Lang beim Aufbau der Ausstellung
Ein Glitch ist ein unerwarteter Fehler oder eine Störung innerhalb eines Systems, insbesondere in der Software- und Informationstechnologie. In der Welt der Videospiele zeigen sich Glitches häufig als Bugs oder Exploits, die aus technischen Mängeln resultieren. Man denke nur an einen kaputten Fernseher bei dem sich diese Pixelverschiebungen auftreten, ein Art Fehler als Form. Das Wort Glitch hat seine Wurzeln im jiddischen Wort „glitsh“, was so viel wie „rutschen“ bedeutet. fester Bestandteil der Gaming-Kultur, wo er sowohl für humorvolle als auch frustrierende Erlebnisse im Umgang mit Software und Computern steht. Mit krassen Brüchen in den Materialien sowie Formen und Farben unterläuft der Künstler bewusst eine Vollkommenheit der Ausführung. „High and Low stehen selbstbewusst nebeneinander“, so beschreibt es Lisa Felicitas Mattheis von der Kunsthalle Emden. Es entstehen Bildwelten, die etablierten Sehgewohnheiten widersprechen und neue Assoziationen eröffnen und zwischen Präzision und bewusst gesetzten Brüchen eine eigenständige, vielschichtige Bildsprache entstehen lässt. Dafür hat der Künstler einen Parcours mitten in den Raum gesetzt, der einen Prozess in Gang setzen soll. Vorder- und Rückseiten sind unterschiedlich bearbeitet und laden zum Betrachten der vielfältigen Formensprache des Künstlers ein. Es ist eine interessante und sehenswerte Ausstellung.







