Happy End für Detmolder „Wander-Kugel“ und Startschuss für neues Bürger-Kunstprojek
Detmold. Die tonnenschwere Kugel der Künstlerin Gabriele Staarmann, die im Mai für bundesweite Schlagzeilen sorgte, kehrt in den öffentlichen Raum zurück. Gleichzeitig kündigt die Stadtverwaltung eine weitere Zusammenarbeit mit der Künstlerin an, bei der die Bürgerinnen und Bürger selbst kreativ werden sollen.
Nach dem Vorfall im Mai, bei dem sich das Kunstwerk – vermutlich durch strafbare Fremdeinwirkung – aus seiner Verankerung löste und 50 Meter weit rollte, war klar: An den alten Standort am Hang an der Richthofenstraße kann die Kugel aus Sicherheitsgründen nicht zurückkehren. Nun haben sich die Stadt Detmold und Gabriele Staarmann auf eine Alternative geeinigt. Das Kunstwerk, oft „Rote Kugel“ genannt und in aktuellen Planungen als „Orange Kugel“ geführt, findet sein neues Zuhause auf dem geplanten Kreisverkehr am Eingang zum neuen nachhaltigen Gewerbegebiet „Alte Ziegelei“ nahe der Bielefelder Straße.
„Der neue Standort ist ideal. Da wir dort mit der Bauphase gerade erst beginnen, kann die Integration des Kunstwerks von Anfang an sicher geplant werden“, erklärt Corinna Rox, Fachbereichsleiterin Kultur der Stadt Detmold. Die Gefahr eines erneuten Wegrollens lässt sich so direkt bauartbedingt ausschließen. „Und wir gehen erneut an eine Haupteinfallstraßen Detmolds, so dass die Sichtbarkeit des Kunstwerkes wieder gegeben ist.”
Neues Projekt: Kunst für die Pylonen an der Richthofenstraße
Die Stadt Detmold plant gemeinsam mit Gabriele Staarmann ein völlig neues Kunstprojekt für die Pylonen an der Richthofenstraße – und setzt dabei auf breite Bürgerbeteiligung.
In einem geplanten Workshop-Verfahren sollen Ideen direkt aus der Bevölkerung gesammelt und entwickelt werden. „Mir ist es wichtig, die Menschen vor Ort mitzunehmen“, so die Künstlerin Gabriele Staarmann, die dafür extra aus ihrem Atelier anreist.
Das partizipative Konzept sieht drei Phasen vor:
1. Für die Jüngsten: Grundschulen und Kitas werden sich praxisorientiert mit Zeichnen und Basteln dem Thema nähern.
2. Für die Jugend: Weiterführende Schulen arbeiten sowohl theoretisch als auch gestalterisch an Entwürfen.
3. Für Erwachsene: Interessierte Anwohner und Bürger aus allen Stadtteilen sind eingeladen, Konzepte und zeichnerische Darstellungen zu erarbeiten.
Geplant ist eine öffentlichkeitswirksame Abschlussveranstaltung, bei der die entstandenen Exponate ausgestellt und Entwürfe per Projektion im Innen- und Außenraum erlebbar gemacht werden.
Mit der Sicherung der „Wander-Kugel“ und dem Start des neuen Beteiligungsprojekts setzen die Stadt Detmold und Gabriele Staarmann ein starkes Zeichen für die Kunst im öffentlichen Raum – sicher, sichtbar und gemeinsam mit den Bürgern gestaltet.




